Financial Metric
Auch bekannt als: EPS Accretion, Ergebniszuwachs, Gewinnzuwachs je Aktie
Accretion bezeichnet im Transaktionszusammenhang den Zuwachs des Gewinns je Aktie, der beim Erwerber nach einer Übernahme entsteht. Ein Zusammenschluss wirkt ergebnissteigernd (accretive), wenn der Gewinn je Aktie nach dem Closing über dem Wert liegt, den der Erwerber ohne die Transaktion ausgewiesen hätte. Rechnerisch entsteht der Effekt, wenn der zusätzliche Ergebnisbeitrag nach Finanzierungskosten und sonstigen Transaktionseffekten den Einfluss neu ausgegebener Aktien übersteigt. Bei einer Zahlung in bar entscheidet der Vergleich zwischen der Ergebnisrendite des Ziels und dem Zinssatz nach Steuern, bei einer Zahlung in eigenen Aktien der Vergleich der Kurs-Gewinn-Verhältnisse beider Unternehmen.
Ein Erwerber mit einem hohen Verhältnis kann ein Ziel mit einem niedrigeren Verhältnis unter vereinfachten Annahmen ergebnissteigernd erwerben, ohne dass daraus ein wirtschaftlicher Vorteil folgen muss. Genau darin liegt die Grenze der Kennzahl: Sie misst eine buchhalterische Wirkung auf eine Periodengröße und keinen Wertbeitrag. Abzugrenzen ist der Begriff von der Accretion/Dilution Analysis, die im Glossar gesondert steht und das gesamte Rechenwerk beschreibt, mit dem diese Wirkung über mehrere Jahre modelliert wird. Der Zuwachs ist also das Ergebnis, die Analyse der Weg dorthin. In der Rechnungslegung wird derselbe englische Begriff daneben für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen verwendet, also für den zeitanteiligen Anstieg eines Barwerts. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Ein einfaches Beispiel zeigt die Mechanik. Erwirbt ein Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 ein Ziel zum Faktor 12 vollständig in bar, entspricht die Ergebnisrendite des Ziels rund 8,3 Prozent. Sie liegt damit über einem Fremdkapitalzins von 5 Prozent nach Steuern, sodass der Gewinn je Aktie unter Ausblendung weiterer Transaktionseffekte steigt. Bei einer Zahlung in eigenen Aktien ändert sich die Rechnung, weil der Erwerber neue Anteile ausgibt und der Effekt dann zusätzlich von der Zahl der neu ausgegebenen Aktien abhängt.

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