Ausschüttungen im Verhältnis zum eingezahlten Kapital

Auch bekannt als: DPI

Ausschüttungen im Verhältnis zum eingezahlten Kapital (DPI) messen, wie viel des eingezahlten Kapitals ein Fonds bereits durch tatsächliche Ausschüttungen an seine Investoren zurückgeführt hat. Ein Wert über 1 bedeutet, dass mehr zurückgeflossen ist, als eingezahlt wurde.

Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Vergleich mit den beiden anderen gebräuchlichen Kennzahlen: Der Restwert zu eingezahltem Kapital erfasst den noch im Portfolio gebundenen, vom Manager selbst bewerteten Anteil, und die Summe aus beiden ergibt den Gesamtwert zu eingezahltem Kapital. Genau darin liegt die Aussagekraft, denn nur die ausgeschütteten Beträge sind tatsächlich geflossen, während Restwerte auf Bewertungen beruhen, die erst im Verkauf bestätigt werden müssen. In der Frühphase eines Fonds liegt die Kennzahl typischerweise nahe null, weil Kapital abgerufen, aber noch nichts realisiert wurde, was Teil der J-Kurve ist. Mit Ausschüttungen steigt sie an, die etwa aus Exits, laufenden Erträgen oder Rekapitalisierungen stammen können. Ein hoher Gesamtwert bei gleichzeitig niedrigem Ausschüttungsanteil in einem fortgeschrittenen Fonds ist ein Warnsignal, weil er auf ambitionierte Bewertungen oder auf ausbleibende Verkäufe hindeutet.

DPI berücksichtigt keine zeitliche Verzinsung wie der interne Zinsfuß. Kreditlinien können die Kennzahl dennoch beeinflussen, etwa wenn sie Kapitalabrufe verzögern und damit den Nenner vorübergehend kleiner halten oder Ausschüttungen finanzieren. Deshalb sind Finanzierungsquelle und Berechnungsmethode zusammen mit dem internen Zinsfuß zu betrachten. Bei der Beurteilung eines Fondsmanagers ist sie die härteste der gebräuchlichen Kennzahlen. Für die Einordnung ist der Zeitverlauf entscheidend, weil ein Fonds im dritten Jahr naturgemäß nahe null liegt, im achten Jahr dagegen bereits einen erheblichen Teil zurückgeführt haben sollte. Vergleichsdatenbanken weisen deshalb Werte nach Jahrgang und Fondsalter aus. Aufschlussreich ist zudem die Entwicklung über die letzten Quartale, weil ein längerer Stillstand auf einen schwierigen Verkaufsmarkt oder auf Beteiligungen hindeutet, die sich nicht wie geplant entwickeln. Für Investoren mit laufendem Liquiditätsbedarf ist genau diese Beobachtung praktisch relevant. Werden auch Sachauskehrungen wie Aktien berücksichtigt, sind diese für die Liquiditätsbeurteilung von Barausschüttungen zu unterscheiden.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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