Private Equity
Auch bekannt als: Waterfall, Verteilungsreihenfolge
Ein Ausschüttungswasserfall legt fest, in welcher Reihenfolge die Gewinne eines Fonds verteilt werden. Zuerst erhalten die Investoren ihr eingesetztes Kapital und eine Mindestrendite zurück, erst danach wird der Manager am Gewinn beteiligt. Die festen Stufen sorgen für eine klare und faire Verteilung. Der klassische Aufbau umfasst vier Stufen.
Zunächst wird das eingezahlte Kapital vollständig zurückgeführt, dann erhalten die Investoren eine Mindestverzinsung von häufig acht Prozent pro Jahr. Anschließend folgt eine Catch-up-Phase, in der der Manager überproportional beteiligt wird, bis das Verhältnis von 20 zu 80 über den gesamten Gewinn erreicht ist. Zum Schluss wird jeder weitere Euro im vereinbarten Verhältnis geteilt. Diese Werte sind Orientierungswerte, die konkreten Konditionen unterscheiden sich je nach Fonds und Marktumfeld. Entscheidend ist die Ebene der Betrachtung.
Beim europäischen Modell gilt der Wasserfall für den gesamten Fonds, sodass der Manager erst Carried Interest erhält, wenn das vereinbarte Kapital und die Mindestverzinsung an die Investoren zurückgeführt wurden. Beim amerikanischen Modell wird je einzelner Beteiligung abgerechnet, was zu früheren Zahlungen an den Manager führt und deshalb eine Rückforderungsregelung erforderlich macht. Der Unterschied ist für Investoren erheblich, weil er den Zahlungszeitpunkt und das Risiko bestimmt, später zu viel gezahlten Carry zurückfordern zu müssen.
Vergleichbare Strukturen finden sich außerhalb der Fondswelt in der Verteilung eines Exit-Erlöses zwischen Vorzugs- und Stammanteilen und in Managementbeteiligungsprogrammen, in denen das Management erst ab einer bestimmten Rendite des Investors überproportional beteiligt wird. Für die Beurteilung eines konkreten Fonds lohnt eine Beispielrechnung über mehrere Ergebnisverläufe, weil sich der Unterschied zwischen den Modellen erst dort zeigt. Bei ansonsten gleichen Bedingungen kann eine wirksame Rückforderung die endgültige Verteilung angleichen. Ohne ausreichende Absicherung können frühe Zahlungen an den Manager bei späteren Verlusten jedoch schwer zurückzuholen sein. Ebenso zu prüfen ist, ob die Mindestverzinsung auf das eingezahlte oder auf das zugesagte Kapital berechnet wird, weil die zweite Variante die Schwelle deutlich anhebt und den Manager entsprechend später beteiligt.

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