Bereinigtes EBITDA

Auch bekannt als: Adj. EBITDA, Normalisiertes EBITDA

Das bereinigte EBITDA ist eine Kennzahl für den operativen Gewinn eines Unternehmens, aus der einmalige oder untypische Effekte herausgerechnet werden. Dazu zählen zum Beispiel Kosten für einen Rechtsstreit oder einen Umzug, die nichts mit dem normalen Geschäft zu tun haben. So entsteht ein Bild der Ertragskraft, das sich besser mit anderen Unternehmen vergleichen lässt.

Typische Bereinigungen sind Restrukturierungsaufwand, Abfindungen, Beratungskosten einer Transaktion, Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen, Schäden und Versicherungsleistungen sowie im Mittelstand die Angleichung des Geschäftsführergehalts an ein marktübliches Niveau und die Herausnahme privat veranlasster Aufwendungen. Das bereinigte EBITDA ist keine einheitlich standardisierte Kennzahl. Deshalb müssen Definition, Überleitung und Begründung der Anpassungen nachvollziehbar und über die betrachteten Perioden konsistent sein. Genau darin liegt der Streitpunkt in Transaktionen.

Eine zusätzlich anerkannte Hinzurechnung erhöht die Bewertungsbasis und wirkt mit dem vollen Multiplikator auf den Kaufpreis, sodass eine Anpassung von einer Million Euro bei einem Faktor von acht den Preis um acht Millionen Euro bewegt. Deshalb prüft die finanzielle Due Diligence jede Position einzeln und ordnet sie in der Quality of Earnings danach ein, ob sie tatsächlich einmalig, nicht zahlungswirksam oder nachhaltig ist. Verkäufer stellen die Zahl gern als Pro-forma-EBITDA dar und rechnen erwartete Effekte künftiger Maßnahmen bereits hinein, während Käufer besonders auf Realisierungsgrad und Belegbarkeit achten. Abzugrenzen ist das bereinigte EBITDA vom unbereinigten EBITDA, das direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung ableitbar ist, und vom Free Cashflow, der Investitionen und Working-Capital-Bindung einbezieht und deshalb näher an der tatsächlichen Schuldentragfähigkeit liegt.

Praktisch bewährt hat sich eine Darstellung als Überleitung, die vom testierten Jahresergebnis über jede einzelne Anpassung bis zum bereinigten Wert führt und für jede Position Betrag, Begründung und Beleg ausweist. Nur so lassen sich Anpassungen im Prozess verteidigen. Zu unterscheiden ist ferner zwischen einer Bereinigung, die einen Sachverhalt der Vergangenheit korrigiert, und einer Pro-forma-Anpassung, die eine bereits umgesetzte Maßnahme auf das gesamte Jahr hochrechnet, etwa eine im Oktober wirksam gewordene Preiserhöhung. Die zweite Kategorie ist in Verhandlungen deutlich strittiger.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

Get started

Work smarter across every stage of your deal