Beta

Auch bekannt als: Betafaktor

Beta ist eine Kennzahl dafür, wie empfindlich die Rendite einer Aktie auf Bewegungen des Gesamtmarkts reagiert. Ein Beta über 1 steht für eine stärkere, ein Beta zwischen 0 und 1 für eine schwächere gleichgerichtete Reaktion. Ein negatives Beta zeigt einen gegenläufigen Zusammenhang. In der Bewertung dient Beta als Maß für das Risiko einer Investition. Statistisch ist Beta der Steigungskoeffizient einer Regression der Aktienrenditen auf die Renditen eines Marktindex, berechnet als Kovarianz zwischen Aktie und Markt geteilt durch die Varianz des Marktes.

Gemessen wird das systematische, also nicht durch Streuung wegdiversifizierbare Risiko. Unternehmensspezifische Risiken fallen im Portfolio heraus und werden vom Beta bewusst nicht erfasst. Im Kapitalgutpreismodell geht Beta unmittelbar in die Eigenkapitalkosten ein, die sich als risikoloser Zins zuzüglich Beta multipliziert mit der Marktrisikoprämie ergeben. Zu unterscheiden sind das verschuldete Beta, das die Kapitalstruktur des betrachteten Unternehmens enthält, und das unverschuldete Beta, das den reinen Geschäftsrisikoanteil abbildet.

Unter der vereinfachenden Annahme eines risikolosen Fremdkapitals erfolgt die Umrechnung über die Beziehung, nach der das verschuldete Beta dem unverschuldeten Beta multipliziert mit dem Faktor eins plus dem mit dem Gegensteuersatz gewichteten Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital entspricht. Für nicht börsennotierte Unternehmen, also den Regelfall im Mittelstand, wird deshalb ein Peer-Group-Beta börsennotierter Vergleichsunternehmen entschuldet, gemittelt und anschließend mit der Zielkapitalstruktur des Bewertungsobjekts wieder verschuldet. Praktisch bedeutsam sind die Erhebungsparameter, weil Beobachtungszeitraum, Renditeintervall und gewählter Index das Ergebnis spürbar verändern. Verbreitet sind zwei bis fünf Jahre auf Wochen- oder Monatsbasis.

Häufig wird zudem eine Anpassung in Richtung des Marktdurchschnitts von eins vorgenommen, weil rohe historische Betas dazu neigen, sich im Zeitverlauf dorthin zu bewegen. Für die praktische Anwendung im Mittelstand ist zu beachten, dass die Vergleichsgruppe häufig aus deutlich größeren und breiter aufgestellten börsennotierten Unternehmen besteht, deren Risikoprofil nicht dem eines inhabergeführten Betriebs entspricht. Das ist einer der Gründe für ergänzende Zuschläge. Ebenso ist zu prüfen, ob die Vergleichsunternehmen tatsächlich liquide gehandelt werden, weil ein dünner Handel die Regression verzerrt. In der Praxis werden deshalb Betas aus mehreren Quellen verglichen und Ausreißer ausgeschlossen, bevor ein Mittelwert gebildet wird.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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