Capital Markets
Auch bekannt als: IPO, Going Public
Ein Börsengang (IPO) ist der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an die breite Öffentlichkeit. Mit dem Börsengang wird die Firma an der Börse handelbar und sammelt frisches Kapital ein. Zugleich unterliegt sie danach strengeren Offenlegungspflichten. Der Vorbereitungsaufwand ist erheblich: Erforderlich sind eine kapitalmarktfähige Rechnungslegung, ein funktionierendes internes Kontroll- und Berichtswesen, eine geeignete Rechtsform und Governance sowie ein gebilligter Wertpapierprospekt, der in Deutschland von der BaFin nach den Vorgaben der europäischen Prospektverordnung geprüft wird.
Der eigentliche Ablauf umfasst die Auswahl der Konsortialbanken, die Vorbereitung der Unterlagen, Analystenpräsentationen, die Festlegung der Preisspanne, die Roadshow und das Bookbuilding, die Preisfestsetzung und die Zuteilung, gefolgt von der Erstnotiz und der Stabilisierungsphase mit der Mehrzuteilungsoption. Platziert werden regelmäßig Aktien aus einer Kapitalerhöhung, deren Erlös dem Unternehmen zufließt, und Aktien aus dem Bestand der Altgesellschafter, deren Erlös an diese geht. Für Letztere gelten anschließend Haltefristen von typischerweise sechs bis zwölf Monaten. Nach dem Börsengang bestehen dauerhafte Pflichten zu Ad-hoc-Mitteilungen, Zwischenberichten, Insiderverzeichnissen und Beteiligungsmeldungen. Für Finanzinvestoren ist der Börsengang deshalb kein vollständiger Exit, sondern der Beginn eines schrittweisen Ausstiegs über mehrere Platzierungen. Ob das Zeitfenster offen ist, hängt stark vom Marktumfeld ab, weshalb der Weg regelmäßig im Dual Track gegen einen Verkauf abgewogen wird.
Für die Praxis ist die Frage der Größe entscheidend, weil ein Börsengang erhebliche laufende Kosten verursacht und erst ab einer bestimmten Marktkapitalisierung genügend Investoren und Analysten Interesse zeigen. Unterhalb dieser Schwelle entsteht ein notiertes Unternehmen mit geringer Handelbarkeit und ohne Bewertungsvorteil. Ebenso zu bedenken ist die dauerhafte Bindung des Managements an Berichtspflichten und Investorenbetreuung, die einen erheblichen Teil der Führungskapazität beansprucht.

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