Financial Metric
Auch bekannt als: Bruttogewinn, Rohertrag
Das Bruttoergebnis ist der Umsatz abzüglich der Herstellungskosten der verkauften Produkte oder Leistungen. Es zeigt, was nach diesen Kosten übrig bleibt, bevor weitere Kosten wie Verwaltung und Vertrieb abgezogen werden. Es ist eine erste Stufe auf dem Weg zum Gewinn. Zu den Herstellungskosten zählen nicht nur Material und unmittelbar zurechenbare Arbeitskosten, sondern auch zugehörige Produktionsgemeinkosten, etwa der Betrieb und die Abnutzung der Fertigungsanlagen. Bei Dienstleistern sind entsprechend die Kosten der Leistungserbringung maßgeblich.
Für einen belastbaren Vergleich muss erkennbar sein, welche Kosten ein Unternehmen hier einbezieht. Werden beispielsweise Produktionslöhne bei einem Anbieter berücksichtigt und bei einem anderen erst unter den übrigen Betriebsausgaben erfasst, sind die ausgewiesenen Bruttoergebnisse nicht unmittelbar vergleichbar. Wichtige Treiber sind Verkaufspreise, Materialpreise, Produktmix und die Auslastung der Produktion. Ein höherer Umsatz verbessert das Bruttoergebnis deshalb nicht automatisch im selben Verhältnis. Seine Aussagekraft liegt vor allem im Zeitverlauf und in der Aufgliederung: Es zeigt, welche Produkte, Kunden oder Vertriebswege überhaupt einen positiven Beitrag leisten, bevor die übrigen betrieblichen Aufwendungen abgezogen werden, und ist damit die Grundlage für Sortiments- und Preisentscheidungen.
Bei Handelsunternehmen entspricht es weitgehend dem Rohertrag als Differenz zwischen Verkaufserlös und Wareneinsatz und ist dort die zentrale Steuerungsgröße, weil der Umsatz allein wegen der geringen Marge wenig aussagt. In wachstumsorientierten Geschäftsmodellen ist es die Bezugsgröße für Kennzahlen wie den Kundenlebenszeitwert, weil nur der Rohertrag tatsächlich zur Deckung von Gewinnungskosten und Gemeinkosten zur Verfügung steht. Für die Steuerung ist die Betrachtung je Auftrag oder je Kunde häufig aufschlussreicher als der Gesamtwert, weil sich daraus ergibt, welche Aufträge überhaupt angenommen werden sollten. In Branchen mit knapper Kapazität ist zusätzlich der Beitrag je Kapazitätseinheit maßgeblich. Ebenso zu beachten ist die Behandlung von Nachlässen, Boni und Frachtkosten, weil diese den tatsächlichen Rohertrag mindern, in der Buchhaltung aber häufig an anderer Stelle erfasst werden und deshalb im Ergebnis untergehen.

Get started