Burn Rate

Auch bekannt als: Kapitalverbrauch, Cash Burn

Die Burn Rate zeigt, wie schnell ein Start-up sein vorhandenes Geld aufbraucht, meist gemessen pro Monat. Sie macht sichtbar, wie lange die Firma mit ihren Mitteln noch auskommt, bevor frisches Kapital nötig wird. Eine hohe Burn Rate bedeutet, dass das Geld rasch knapp werden kann.

Zu unterscheiden sind zwei Größen: Der Bruttoverbrauch erfasst sämtliche monatlichen Auszahlungen, während der Nettoverbrauch die geschäftlichen Einzahlungen gegenrechnet. Zuflüsse aus neuen Finanzierungsrunden werden dabei nicht als Verringerung des operativen Mittelverbrauchs behandelt. Aus dem Nettoverbrauch und dem verfügbaren Kassenbestand ergibt sich der Runway, also die Zahl der Monate bis zum rechnerischen Aufbrauchen der Liquidität ohne weitere Finanzierung. Weil Zahlungen unregelmäßig anfallen, wird üblicherweise ein Durchschnitt über drei Monate gebildet und um bekannte Einmaleffekte bereinigt.

Die Kennzahl ist bewusst zahlungsorientiert und deshalb nicht mit dem handelsrechtlichen Verlust identisch, denn Rückstellungen, Abschreibungen und Abgrenzungen wirken auf das Ergebnis, nicht aber unmittelbar auf die Liquidität. Umgekehrt belasten Investitionen und der Aufbau von Vorräten oder Forderungen die Kasse, ohne im Ergebnis sichtbar zu sein. Investoren lesen die Zahl im Verhältnis zum Fortschritt: Entscheidend ist nicht der absolute Verbrauch, sondern wie viel Umsatzwachstum, Produktreife oder Kundenzugang je verbrauchtem Euro entsteht, was in der Effizienzbetrachtung als Verhältnis von Netto-Neu-ARR zum Nettoverbrauch gemessen wird.

Praktisch relevant ist die Größe vor allem in der Finanzierungsplanung, weil eine neue Runde erfahrungsgemäß mehrere Monate Vorlauf benötigt und der Verhandlungsdruck steigt, je kürzer der verbleibende Runway ist. Für die Geschäftsführung kommt eine haftungsrelevante Dimension hinzu, weil Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung insolvenzrechtliche Antragspflichten auslösen. Für die Steuerung ist die Aufteilung nach Kostenblöcken hilfreich, weil sich Personal, Marketing, Infrastruktur und externe Leistungen unterschiedlich schnell anpassen lassen: Marketingbudgets sind kurzfristig steuerbar, Personalkosten nur mit Vorlauf. Daraus ergibt sich die Frage, wie schnell ein Unternehmen im Notfall auf eine niedrigere Burn Rate umstellen könnte, was Investoren regelmäßig als Szenario abfragen. Ebenfalls betrachtet wird die Entwicklung im Verhältnis zum Personalbestand, weil ein steigender Verbrauch je Mitarbeiter zusammen mit Wachstum und Investitionen eingeordnet werden muss.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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