Financial Metric
Auch bekannt als: CCC, Geldumschlagsdauer
Der Cash Conversion Cycle misst, wie lange Kapital im Betrieb gebunden ist, bis es wieder als Geld zurückfließt. Er umfasst die Zeit von der Bezahlung der Vorräte über den Verkauf bis zum Zahlungseingang der Kunden. Je kürzer der Zyklus, desto weniger Kapital muss das Unternehmen im Umlauf vorhalten. Berechnet wird er als Summe aus Lagerdauer und Debitorenlaufzeit abzüglich der Kreditorenlaufzeit, jeweils in Tagen.
Ein Beispiel verdeutlicht die Aussage: Liegen die Waren 60 Tage im Lager, zahlen Kunden nach 45 Tagen und begleicht das Unternehmen seine Lieferantenrechnungen nach 30 Tagen, ergibt sich ein Zyklus von 75 Tagen, für die eine Vorfinanzierung nötig ist. Der Wert kann auch negativ werden, wenn Kundenzahlungen früh eingehen und Lieferanten lange Zahlungsziele einräumen, wie es etwa im Lebensmitteleinzelhandel vorkommt. Solche Unternehmen finanzieren ihr Wachstum teilweise aus dem eigenen Geschäftsmodell. Aussagekräftig ist die Kennzahl vor allem im Zeitverlauf und im Branchenvergleich, weil die Absolutwerte von Geschäftsmodell und Saisonalität abhängen. In Transaktionen ist sie doppelt relevant: Sie zeigt Verbesserungspotenzial, das ein Käufer durch eine bessere Steuerung des Umlaufvermögens heben kann, und sie ist zugleich ein Warnsignal, wenn ein Verkäufer den Zyklus kurz vor dem Stichtag künstlich verkürzt, etwa durch verzögerte Lieferantenzahlungen oder aggressives Forderungsmanagement. Deshalb wird das Betriebskapital in der finanziellen Due Diligence auf Monatsbasis analysiert und daraus ein normalisierter Zielwert für die Kaufpreisanpassung abgeleitet.
Für die Steuerung im Unternehmen lohnt der Blick auf die drei Bestandteile getrennt, weil sie unterschiedliche Hebel und unterschiedliche Grenzen haben. Die Lagerdauer lässt sich über Sortiment und Disposition beeinflussen, die Debitorenlaufzeit über Vertragsgestaltung und Mahnwesen, die Kreditorenlaufzeit nur begrenzt, ohne Lieferantenbeziehungen und Skonti zu gefährden. Zu beachten ist ferner die Saisonalität, weil derselbe Betrieb im Verlauf eines Jahres sehr unterschiedliche Werte ausweist. Belastbar wird die Aussage erst über eine Monatsbetrachtung.

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