Financial Metric
Auch bekannt als: DSO, Forderungslaufzeit
Die Debitorenlaufzeit (DSO) gibt an, wie viele Tage es im Schnitt dauert, bis Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Die Kennzahl zeigt, wie schnell ein Unternehmen sein Geld aus offenen Forderungen erhält. Ein niedriger Wert spricht für ein zügiges Zahlungsverhalten der Kunden. Berechnet wird sie als durchschnittlicher Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geteilt durch die zugehörigen jährlichen Umsätze auf Ziel, multipliziert mit 365 Tagen.
Der Wert hängt stark von Branche und Kundenstruktur ab: Im Geschäft mit Verbrauchern und im Einzelhandel liegt er nahe null, im Projektgeschäft mit öffentlichen Auftraggebern oder Großkonzernen dagegen deutlich höher, weil dort lange Zahlungsziele durchgesetzt werden. Aussagekräftig ist deshalb weniger der absolute Wert als die Entwicklung im Zeitverlauf und die Aufgliederung nach Fälligkeitsklassen, weil ein guter Durchschnitt einzelne, seit langem überfällige Forderungen verdecken kann. Eine steigende Debitorenlaufzeit bindet Kapital, erhöht den Finanzierungsbedarf und kann auf Qualitätsprobleme, Streitigkeiten oder eine nachlassende Bonität der Kunden hindeuten. Zur Steuerung stehen Anzahlungen, Abschlagsrechnungen, klare Mahnprozesse und Skonti zur Verfügung. Über Factoring lassen sich Forderungen zudem verkaufen, was den ausgewiesenen Wert senkt, ohne das zugrunde liegende Zahlungsverhalten zu verbessern. Genau darauf achtet die finanzielle Due Diligence, weil eine kurz vor dem Stichtag genutzte Forderungsfinanzierung das Betriebskapital besser aussehen lässt, als es tatsächlich ist.
Zusammen mit Lagerdauer und Kreditorenlaufzeit ergibt die Kennzahl den Cash Conversion Cycle. Für die Analyse ist neben der Fälligkeitsstruktur die Konzentration wesentlich, weil ein einzelner großer, spät zahlender Kunde den Durchschnitt prägt, ohne dass ein allgemeines Problem vorliegt. Ebenfalls zu prüfen sind vertragliche Zahlungsziele im Vergleich zum tatsächlichen Zahlungsverhalten, weil eine Abweichung zeigt, ob vereinbarte Bedingungen durchgesetzt werden. Für die Bewertung des Forderungsbestands ist schließlich die Werthaltigkeit maßgeblich, also die Frage, ob überfällige Posten ausreichend wertberichtigt sind oder ob hier stille Lasten stecken.

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