Debt Advisory

Auch bekannt als: Finanzierungsberatung

Debt Advisory ist die Beratung rund um die Aufnahme und Gestaltung von Finanzierungen. Die Berater helfen, die passende Struktur zu finden, Kreditgeber anzusprechen und Konditionen zu verhandeln. Ziel ist eine Finanzierung, die zum Unternehmen und zum jeweiligen Vorhaben passt. Der Ablauf ähnelt einem Verkaufsprozess: Zunächst wird die Finanzierungsstruktur aus Volumen, Rangfolge, Laufzeit und Tilgungsprofil entwickelt, dann eine Unterlage für Kreditgeber erstellt, anschließend ein Kreis möglicher Finanzierer parallel angesprochen und schließlich werden die eingehenden Angebote verglichen und nachverhandelt.

Der Vergleich betrifft nicht nur die Marge, sondern ebenso Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungsprovisionen, Sicherheitenanforderungen, Tilgungspflichten, Covenants, Zustimmungsvorbehalte und Vorfälligkeitsregelungen, weil diese Punkte in der Summe oft mehr Handlungsspielraum kosten als ein Unterschied von wenigen Basispunkten im Zins. Der Markt hat sich erweitert: Neben Hausbanken und Konsortialbanken treten Kreditfonds mit Unitranche-Finanzierungen, Mezzanine-Anbieter, Förderinstitute sowie Anbieter von Schuldscheindarlehen auf, und diese Vielfalt sichtbar und vergleichbar zu machen ist ein wesentlicher Teil der Leistung. Anlässe sind Akquisitionsfinanzierungen, Refinanzierungen auslaufender Kredite, Wachstums- und Investitionsvorhaben, Dividendenrekapitalisierungen sowie Restrukturierungen. Vergütet wird üblicherweise über einen Retainer und eine Erfolgsprovision auf das arrangierte Volumen. Ein unabhängiger Debt Advisor unterscheidet sich von einem Kreditgeber dadurch, dass er kein eigenes Kreditbuch füllt und deshalb auch die Struktur empfehlen kann, die für das Unternehmen und nicht für den Kreditgeber günstig ist.

Praktisch bedeutsam ist die Reihenfolge im Prozess, weil eine Finanzierung erst dann belastbar verhandelt werden kann, wenn Planung und bereinigtes Ergebnis stehen. Wer zu früh an den Markt geht, erhält unverbindliche Aussagen, die später nach unten korrigiert werden. Zu beachten ist außerdem der Umfang der Unterlage für Kreditgeber, weil Banken und Kreditfonds unterschiedliche Informationen benötigen. Für Bestandsunternehmen liegt der häufigste Fehler darin, eine Refinanzierung erst kurz vor Fälligkeit anzugehen und damit ohne Alternative zu verhandeln.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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