Debt Capital Markets

Auch bekannt als: DCM, Fremdkapitalmarkt

Die Debt Capital Markets, kurz DCM, sind der Bereich, der Unternehmen bei der Beschaffung von Fremdkapital über Anleihen begleitet. Hier werden Schuldtitel strukturiert und bei Investoren platziert. Über diesen Markt nehmen Unternehmen und Staaten Geld von einer Vielzahl von Geldgebern auf. Der Unterschied zum Bankkredit liegt in der Struktur der Gläubiger: Statt eines überschaubaren Kreises von Banken steht eine Vielzahl institutioneller Investoren wie Versicherer, Pensionskassen und Fonds dahinter, die Papiere handeln, statt eine Kreditbeziehung zu pflegen. Häufige Merkmale sind feste Kupons, endfällige Rückzahlung und standardisierte Dokumentation. Es gibt auch variabel verzinste Anleihen. Insbesondere bei Hochzinsanleihen greifen Finanzauflagen oft erst bei bestimmten Handlungen.

Der Preis richtet sich nach dem Kreditrating, wobei die Grenze zwischen Investment Grade und High Yield die Investorenbasis und damit die Kosten sprunghaft verändert. Für eine öffentliche Emission ist in der Europäischen Union grundsätzlich ein gebilligter Wertpapierprospekt erforderlich, während Privatplatzierungen an qualifizierte Anleger davon ausgenommen sind. Eine deutsche Besonderheit ist das Schuldscheindarlehen, das rechtlich ein Darlehen und kein Wertpapier ist, ohne Prospekt und ohne Rating auskommt und deshalb für mittelgroße Unternehmen einen praktikablen Zugang zu institutionellen Investoren bietet.

In der Transaktionspraxis ist der Anleihemarkt vor allem für die dauerhafte Finanzierung großer Übernahmen relevant, während der Zeitraum bis zur Platzierung durch einen Überbrückungskredit abgedeckt wird. Für Emittenten ist neben dem Kupon die Dokumentation entscheidend, weil sie den Handlungsspielraum über die gesamte Laufzeit festlegt. Dazu gehören Freibeträge für zusätzliche Verschuldung, für Ausschüttungen und für den Verkauf von Vermögenswerten, Regelungen zu Sicherheiten sowie die Behandlung von Tochtergesellschaften außerhalb des Kreises der verpflichteten Gesellschaften. Weil Anleihen gehandelt werden und der Gläubigerkreis wechselt, ist eine spätere Änderung dieser Bedingungen aufwendig und teuer, was die Sorgfalt bei der Erstemission erklärt.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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