Dividendenrekapitalisierung

Auch bekannt als: Dividend Recap

Bei einer Dividendenrekapitalisierung nimmt ein Unternehmen neue Schulden auf, um damit eine Sonderausschüttung an seine Eigentümer zu finanzieren. Die Eigentümer holen so früh Geld aus dem Unternehmen heraus, ohne es zu verkaufen. Im Gegenzug steigt die Verschuldung des Unternehmens.

Typischer Anlass ist eine Beteiligung, die sich nach einigen Jahren gut entwickelt hat: Das EBITDA ist gestiegen und die ursprüngliche Verschuldung wurde teilweise getilgt, sodass wieder Spielraum bis zur Verschuldungsgrenze besteht. Diesen Spielraum nutzt der Eigentümer, um Kapital zurückzuführen, ohne den Exit vorzuziehen. Für den Fonds kann dies den internen Zinsfuß erhöhen, weil Rückflüsse zeitlich vorgezogen werden. Der Kapitalvervielfacher verändert sich durch die reine zeitliche Verschiebung nicht. Zusätzliche Zinsen und Gebühren können das Gesamtergebnis aber belasten. Die Ausschüttung geht zugleich zulasten des verbleibenden Eigenkapitalwerts. Deshalb betrachten Investoren beide Kennzahlen nebeneinander. Ob die Ausschüttung zulässig und finanzierbar ist, hängt auch von verfügbaren ausschüttungsfähigen Mitteln und den Kreditbedingungen ab. Bestehende Darlehen können Ausschüttungen begrenzen oder eine Zustimmung der Kreditgeber voraussetzen.

Wirtschaftlich verschiebt die Maßnahme Risiko: Das Unternehmen trägt danach eine höhere Zins- und Tilgungslast, verfügt über weniger Puffer für Investitionen und ist anfälliger für einen Abschwung, während die Eigentümer bereits Kapital in Sicherheit gebracht haben. Genau deshalb wird die Struktur kritisch beurteilt, wenn sie kurz nach dem Einstieg oder ohne nachhaltige operative Verbesserung erfolgt. Für die Beurteilung im Einzelfall ist der Zeitpunkt entscheidend. Eine Ausschüttung nach mehreren Jahren operativer Verbesserung, in denen das Ergebnis gestiegen und die ursprüngliche Verschuldung getilgt wurde, ist etwas anderes als eine Ausschüttung kurz nach dem Einstieg, die lediglich günstige Kreditmärkte nutzt. Zu prüfen ist außerdem, ob die zusätzliche Verschuldung den Handlungsspielraum für geplante Zukäufe und Investitionen einschränkt, weil das die Umsetzung des Wertschöpfungsplans gefährden und den Exit-Multiplikator mindern kann.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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