Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate

Auch bekannt als: CAGR, Jährliche Wachstumsrate

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) zeigt das durchschnittliche Wachstum pro Jahr über mehrere Jahre. Sie glättet die Schwankungen einzelner Jahre und zeigt, wie stark ein Wert im Mittel pro Jahr gewachsen ist. So lassen sich Wachstumsverläufe unterschiedlicher Zeiträume einfach vergleichen.

Berechnet wird sie als Endwert geteilt durch Anfangswert, hoch eins geteilt durch die Anzahl der Jahre, abzüglich eins. Wächst ein Umsatz von 10 auf 17,3 Millionen Euro in fünf Jahren, ergibt sich daraus eine jährliche Rate von rund 11,6 Prozent. Der entscheidende Unterschied zum arithmetischen Mittel liegt im Zinseszinseffekt: Ein Jahr mit plus 50 Prozent und ein Jahr mit minus 50 Prozent ergeben im einfachen Durchschnitt null, tatsächlich aber einen Verlust von 25 Prozent, den die zusammengesetzte Rate korrekt abbildet. Ihre Schwäche ist zugleich ihre Stärke: Weil nur Anfangs- und Endwert eingehen, verschwindet der Verlauf dazwischen vollständig, sodass ein stetiges und ein sprunghaftes Wachstum identisch aussehen. Deshalb ist die Wahl des Basisjahres manipulationsanfällig, denn ein schwaches Startjahr lässt jede Entwicklung stark erscheinen.

In der Praxis wird die Kennzahl deshalb immer zusammen mit der Jahresreihe und der Angabe des Betrachtungszeitraums verwendet und häufig für mehrere Zeitfenster berechnet. Verwendet wird sie für Umsatz, EBITDA, Kundenzahl und Marktvolumen, und sie ist zugleich die Größe, in der Marktstudien Prognosen ausdrücken. In der Bewertung fließt sie über die Wachstumsannahme in Planung und Restwert ein.

Für die Anwendung im Prozess empfiehlt sich, die Rate immer zusammen mit der zugrunde liegenden Reihe und einer kurzen Erläuterung darzustellen, weil eine Zahl ohne Kontext in der Prüfung ohnehin auseinandergenommen wird. Ebenso lohnt der Blick auf die Zusammensetzung des Wachstums, also die Aufteilung in Menge, Preis und Sortimentsmix sowie in organisches und durch Zukäufe erworbenes Wachstum, weil beide Bestandteile unterschiedliche Ursachen und Risiken haben. Beides gehört zu den Standardauswertungen einer kommerziellen Prüfung.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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