Financial Metric
Auch bekannt als: Operatives Ergebnis vor Abschreibungen
EBITDA steht für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es misst die operative Ertragskraft eines Unternehmens, unabhängig von Finanzierung und Buchhaltungseffekten wie Abschreibungen. Deshalb wird es häufig genutzt, um die Profitabilität verschiedener Unternehmen zu vergleichen. Berechnet wird es üblicherweise als Jahresüberschuss zuzüglich Ertragsteuern, Nettozinsaufwand sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, oder direkt aus dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.
Der Vorteil liegt in der Vergleichbarkeit: Unterschiede bei Zinsaufwand, Ertragsteuern und Abschreibungen werden ausgeblendet. Die Behandlung von Leasing kann das EBITDA dennoch beeinflussen, weshalb gekaufte und geleaste Anlagen nicht automatisch vergleichbar sind. Auch Bereinigungen und die Zuordnung einzelner Erträge und Aufwendungen müssen nachvollziehbar sein. Die bekannte Kritik lautet, dass die Größe genau die Kosten ausblendet, die den Kapitaleinsatz eines Geschäfts abbilden. Wer Abschreibungen ignoriert, blendet aus, dass Maschinen ersetzt werden müssen, weshalb ein hohes EBITDA bei hohem Investitionsbedarf wenig über die tatsächlich verfügbaren Mittel aussagt. Aus diesem Grund werden in der Praxis stets die Umwandlung in Cashflow und die Investitionsquote danebengestellt.
Trotz dieser Einschränkung ist EBITDA die zentrale Bezugsgröße der Transaktionspraxis, weil Kaufpreise als Vielfaches davon gebildet und Kreditgrenzen daran gemessen werden. Verwendet wird dabei fast immer ein bereinigtes EBITDA auf Basis der letzten zwölf Monate. Für die Praxis lohnt der Hinweis, dass ein hohes EBITDA in Verbindung mit einem schwachen Zahlungsstrom regelmäßig auf drei Ursachen zurückgeht: wachsendes Betriebskapital, hohe Ersatzinvestitionen oder Erträge, denen keine Zahlungen gegenüberstehen. Die Ursachen müssen getrennt beurteilt werden. Zusätzliches Betriebskapital kann Wachstum finanzieren, aber auch Liquidität gefährden. Ersatzinvestitionen zeigen den laufenden Kapitalbedarf. In der Prüfung werden deshalb die Überleitungen vom EBITDA zum operativen und zum freien Cashflow über mehrere Jahre betrachtet.

Get started