Financial Metric
Auch bekannt als: EBITDA-Rendite
Die EBITDA-Marge setzt das EBITDA ins Verhältnis zum Umsatz und wird in Prozent angegeben. Sie zeigt, welcher Anteil des Umsatzes als operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleibt. Eine hohe Marge spricht für ein besonders ertragsstarkes Geschäft.
Aussagekräftig ist die Kennzahl allerdings nur im Branchenvergleich, weil die üblichen Niveaus stark auseinanderfallen: Handel und Distribution arbeiten strukturell mit einstelligen Margen bei hohem Umsatz, während Softwareunternehmen, Markenartikler und spezialisierte Dienstleister deutlich höhere Werte erreichen. Ebenso wichtig ist die Wertschöpfungstiefe: Zugekaufte Vorleistungen und eigene Produktion unterscheiden sich in Kostenstruktur und Kapitalbedarf und müssen deshalb beim Vergleich berücksichtigt werden. Die Entwicklung im Zeitverlauf ist deshalb häufig aufschlussreicher als der Absolutwert: Eine steigende Marge bei wachsendem Umsatz deutet auf Skaleneffekte und Preissetzungsmacht hin, eine sinkende auf Kostendruck, Preiszugeständnisse oder eine Verschiebung im Produktmix. Weil das EBITDA selbst keine normierte Größe ist, hängt die Marge zudem davon ab, welche Bereinigungen vorgenommen wurden. In Transaktionen ist deshalb zu klären, ob die ausgewiesene oder eine bereinigte Marge gemeint ist.
In der Bewertung ist die Kennzahl doppelt relevant. Eine nachhaltig höhere Marge kann bei sonst gleichen Eigenschaften einen höheren Multiplikator unterstützen, und eine Kombination aus Wachstum und Marge, wie sie etwa die Rule of 40 abbildet, bestimmt in Softwaregeschäften die Bewertung wesentlich. Für die Analyse lohnt der Vergleich zwischen der Marge des Gesamtunternehmens und der Marge einzelner Produktgruppen, Kundensegmente oder Standorte, weil ein guter Durchschnitt profitable und defizitäre Bereiche vermischt. Erst diese Aufgliederung zeigt, wo Wert entsteht und wo er verloren geht. Daneben zu betrachten ist die Entwicklung im Verhältnis zum Umsatzwachstum, weil eine bei starkem Wachstum sinkende Marge sowohl auf Preiszugeständnisse als auch auf vorgezogene Kosten für weiteres Wachstum hindeuten kann.

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