Eigenkapitalrendite

Auch bekannt als: ROE

Die Eigenkapitalrendite setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital. Sie zeigt, wie viel ein Unternehmen aus dem Kapital seiner Eigentümer herausholt. Eine hohe Eigenkapitalrendite ist für Investoren besonders attraktiv.

Berechnet wird sie als Jahresüberschuss geteilt durch das durchschnittliche Eigenkapital der Periode. Ihre wesentliche Eigenschaft ist die Abhängigkeit von der Kapitalstruktur: Wird ein Teil des Eigenkapitals durch Fremdkapital ersetzt, steigt die Kennzahl, solange die Gesamtkapitalrendite über den Fremdkapitalkosten liegt, ohne dass sich am operativen Geschäft etwas ändert. Umgekehrt bedeutet das, dass ein hoher Wert nicht automatisch für operative Stärke spricht, sondern ebenso auf hoher Verschuldung beruhen kann, was zugleich das Risiko erhöht.

Zu beachten sind zudem bilanzielle Verzerrungen: Ein durch Verluste oder durch Ausschüttungen verringertes Eigenkapital erhöht die Kennzahl rein rechnerisch, und Unternehmen mit historisch niedrig bewertetem Anlagevermögen weisen strukturell höhere Werte aus. Für die Beurteilung der operativen Qualität sind deshalb Kennzahlen wie die Rendite auf eingesetztes oder investiertes Kapital besser geeignet. Die Zerlegung nach dem DuPont-Schema zeigt, woraus sich die Rendite speist: Sie ist das Produkt aus Umsatzrendite, Kapitalumschlag und dem Verhältnis von Bilanzsumme zu Eigenkapital. Damit wird sichtbar, dass eine hohe Eigenkapitalrendite auch allein aus einer dünnen Eigenkapitaldecke entstehen kann.

In fremdfinanzierten Übernahmen ist dieser Effekt der eigentliche Mechanismus. Bei einem Kaufpreis von 100 Millionen Euro mit 40 Millionen Euro Eigenkapital verdoppelt eine Wertsteigerung auf 140 Millionen Euro bei unveränderter Verschuldung den Eigenkapitalwert, während der Unternehmenswert nur um 40 Prozent gestiegen ist. Für Finanzinvestoren ist die Rendite auf ihr eingesetztes Eigenkapital entscheidend. Sie messen den Investitionserfolg vor allem anhand der Zahlungsströme und des Verkaufserlöses, etwa über die interne Verzinsung und das Kapitalvielfache, nicht allein anhand der bilanziellen Eigenkapitalrendite.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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