Valuation
Auch bekannt als: EV-to-Equity Bridge, Wertbrücke
Eine Equity Bridge ist die Überleitung vom Enterprise Value zum Eigenkapitalwert. Ausgehend vom Gesamtwert des Unternehmens werden Nettofinanzschulden und weitere Anpassungen abgezogen oder hinzugerechnet. Am Ende steht der Betrag, der tatsächlich auf die Anteilseigner entfällt. Die typische Rechnung beginnt mit dem verhandelten Unternehmenswert, zieht die Finanzverbindlichkeiten ab und rechnet die frei verfügbaren Zahlungsmittel hinzu.
Berücksichtigt werden dann die schuldenähnlichen Posten wie Pensionsverpflichtungen, Leasing, offene Boni, Rückstellungen und ausstehende Steuern sowie die Abweichung des tatsächlichen Betriebskapitals vom vereinbarten Normalwert. Jede dieser Positionen ist ein eigener Verhandlungspunkt, und weil sie eins zu eins auf den Preis wirken, entscheiden sie wirtschaftlich häufig über mehr Geld als die Diskussion über den Multiplikator. Besonders streitanfällig sind die Definition der frei verfügbaren Zahlungsmittel, weil betriebsnotwendige Bestände und Guthaben in ausländischen Gesellschaften nicht ohne Weiteres verfügbar sind, sowie die Abgrenzung zwischen schuldenähnlichen Posten und Betriebskapital, weil dieselbe Position sonst zweimal abgezogen würde. In der Praxis wird die Brücke zunächst auf Basis der letzten verfügbaren Zahlen aufgestellt, im Kaufvertrag mit verbindlichen Definitionen unterlegt und, je nach gewähltem Preismechanismus, entweder auf einen zurückliegenden Stichtag festgeschrieben oder nach dem Closing über eine Stichtagsabrechnung angepasst. Zu unterscheiden ist dieser Begriff von der gleichnamigen Zwischenfinanzierung auf Fondsebene, mit der Kapitalabrufe bei Investoren zeitlich gebündelt werden.
Für die Praxis empfiehlt sich, die Brücke von Beginn an als Rechenblatt zu führen und für jede Position die Definition, den Betrag und den Beleg auszuweisen. Der Streit entzündet sich fast immer an einzelnen Positionen und nicht an der Systematik. Ebenso lohnt eine Betrachtung zu mehreren Stichtagen, weil Nettoverschuldung und Betriebskapital im Jahresverlauf erheblich schwanken und ein einzelner Stichtag ein zufälliges Bild ergibt. Genau daraus ergibt sich auch die Wahl zwischen den beiden gebräuchlichen Preismechanismen.

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