Ergänzungsakquisition

Auch bekannt als: Add-on, Tuck-in, Zukauf

Eine Ergänzungsakquisition ist der Zukauf eines meist kleineren Unternehmens, das zu einer bereits bestehenden Beteiligung passt. Der Zukauf wird in die vorhandene Plattform integriert und stärkt sie zum Beispiel um Produkte, Regionen oder Kunden. Private-Equity-Investoren nutzen solche Zukäufe, um eine Firma gezielt größer und wertvoller zu machen.

Der wirtschaftliche Reiz liegt in zwei Effekten. Erstens senken Zukäufe den gewichteten Einstiegsmultiplikator, weil kleinere Unternehmen regelmäßig zu niedrigeren Vielfachen gehandelt werden als die größere Plattform. Kauft eine mit dem Zehnfachen des EBITDA bewertete Gruppe ein Unternehmen zum Sechsfachen, entsteht allein durch die Bewertungsdifferenz rechnerischer Wert, der beim Exit als Multiple-Arbitrage sichtbar wird. Zweitens kommen operative Synergien hinzu, etwa gemeinsamer Einkauf, Auslastung vorhandener Verwaltung, Zugang zu neuen Kunden oder die Übernahme von Fachkräften.

Finanziert werden Zukäufe meist aus dem Cashflow der Plattform, aus einer im Kreditvertrag vorgesehenen Akquisitionslinie und aus zusätzlichem Eigenkapital des Fonds, wobei die bestehenden Covenants die Obergrenze setzen. Abzugrenzen ist die Ergänzungsakquisition vom Plattform-Investment, das den Einstieg in eine neue Branche oder Region markiert und deutlich größer und teurer ist, sowie vom Roll-up, bei dem viele gleichartige Kleinbetriebe zu einer Einheit zusammengeführt werden. Die Risiken liegen in der Integration: Werden zugekaufte Einheiten nur konsolidiert, aber nicht zusammengeführt, entsteht eine Gruppe ohne gemeinsame Systeme, Prozesse und Führung, was der Käufer beim Exit erkennt und im Preis abzieht.

Bei zahlreichen Zukäufen in demselben Markt können zudem kartellrechtliche Anmeldepflichten entstehen, auch wenn jede einzelne Transaktion für sich klein wirkt. Für die Umsetzung ist der Integrationsgrad die zentrale Entscheidung: Möglich ist die vollständige Verschmelzung mit einheitlicher Marke und gemeinsamen Systemen, ein Modell mit gemeinsamer Verwaltung bei erhaltenen Marken oder eine reine Finanzbeteiligung ohne operative Zusammenführung. Je stärker integriert wird, desto größer sind Synergien und Umsetzungsrisiko zugleich. Ebenfalls früh zu klären ist die Rolle der bisherigen Inhaber, weil deren Kundenbeziehungen häufig den Kern des erworbenen Werts ausmachen und über Übergangsverträge, Earn-outs oder eine Wiederbeteiligung gesichert werden.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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