Financial Metric
Auch bekannt als: EPS, Gewinn je Aktie, Ergebnis pro Aktie
Das Ergebnis je Aktie setzt den auf die Stammaktionäre der Muttergesellschaft entfallenden Jahresüberschuss ins Verhältnis zur gewichteten durchschnittlichen Zahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Es beantwortet damit die Frage, wie viel Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt, und ist die Bezugsgröße des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Geregelt ist die Ermittlung in IAS 33, der für kapitalmarktorientierte Unternehmen die Angabe eines unverwässerten und eines verwässerten Werts verlangt. Der verwässerte Wert berücksichtigt potenzielle zusätzliche Aktien nur, soweit sie das Ergebnis je Aktie vermindern oder den Verlust je Aktie erhöhen. Bei Wandelanleihen ist außerdem der entfallende Zinsaufwand nach Steuern zu berücksichtigen.
Zu berücksichtigen sind ferner eigene Aktien, die nicht mitzählen, sowie unterjährige Kapitalmaßnahmen, die über die Gewichtung einfließen. Die Kennzahl ist empfindlich gegenüber Maßnahmen, die den Gewinn unberührt lassen: Bei unverändertem positivem Gewinn hebt ein Aktienrückkauf den Wert durch die geringere Aktienzahl. Umgekehrt senkt eine Kapitalerhöhung ihn bei unverändertem Gewinn, obwohl dem Unternehmen Mittel zugeflossen sind. Abzugrenzen ist die Größe vom Jahresüberschuss, der im Glossar gesondert steht und die absolute Ertragslage misst, während hier die Verteilung auf die Aktien im Vordergrund steht. Für den Vergleich zwischen Unternehmen ist sie deshalb nur eingeschränkt geeignet, weil Kapitalstruktur, Aktienzahl und Steuerquote einfließen.
In Deutschland spielt sie im nicht börsennotierten Mittelstand praktisch keine Rolle, weil dort keine Aktien gehandelt werden und Bewertungen auf Multiplikatoren des EBITDA beruhen. Ein Beispiel verdeutlicht die Rechnung: Ein Jahresüberschuss von 40 Millionen Euro bei 20 Millionen Aktien ergibt 2,00 Euro je Aktie. Werden bei unverändertem Ergebnis 2 Millionen zusätzliche Aktien berücksichtigt, sinkt der verwässerte Wert auf rund 1,82 Euro. Für die Analyse ist zudem die Entwicklung über mehrere Jahre wichtiger als ein einzelner Wert, weil Aktienrückkäufe und Kapitalmaßnahmen einzelne Jahre verzerren können.

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