EV/EBIT

Auch bekannt als: EBIT-Multiplikator

EV/EBIT ist ein Bewertungsmultiplikator, der den Enterprise Value ins Verhältnis zum EBIT setzt. Er zeigt, mit dem Wievielfachen des operativen Ergebnisses nach Abschreibungen ein Unternehmen bewertet ist. So lassen sich Firmen unabhängig von ihrer Finanzierung vergleichen. Der wesentliche Unterschied zum bekannteren EV/EBITDA liegt darin, dass die Abschreibungen enthalten sind und damit der laufende Werteverzehr des Anlagevermögens berücksichtigt wird. Genau deshalb ist dieser Multiplikator bei kapitalintensiven Geschäften wie Produktion, Logistik, Bau oder Anlagenvermietung die aussagekräftigere Größe: Zwei Unternehmen mit identischem EBITDA können völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen, wenn das eine ständig in Maschinen investieren muss und das andere nicht.

Bei positivem Enterprise Value und positivem EBIT liegt EV/EBIT höher als EV/EBITDA, sofern Abschreibungen anfallen, weshalb die beiden Faktoren nie unmittelbar verglichen werden dürfen. Zu beachten ist die Anfälligkeit für Bilanzierungsentscheidungen, denn Nutzungsdauern, Aktivierungswahlrechte und die Behandlung von Leasingverhältnissen wirken unmittelbar auf die Abschreibungen. Insbesondere die unterschiedliche Behandlung von Leasing nach IFRS und HGB kann den Vergleich verzerren. Ebenfalls zu prüfen ist, ob Abschreibungen aus einer Kaufpreisallokation enthalten sind, weil diese aus einer früheren Transaktion stammen und den Vergleich mit organisch gewachsenen Unternehmen beeinflussen können.

In der Praxis wird der Multiplikator meist ergänzend zum EBITDA-Faktor betrachtet, und der Abstand zwischen beiden zeigt, wie kapitalintensiv ein Geschäft tatsächlich ist. Für die Anwendung im Mittelstand ist zu beachten, dass die Abschreibungspolitik hier häufig steuerlich motiviert ist und nicht die wirtschaftliche Nutzungsdauer abbildet, weshalb der Faktor auf einer bereinigten Grundlage zu bilden ist. Zu prüfen ist außerdem die Behandlung geleaster Anlagen, weil Leasingzahlungen je nach Rechnungslegung als laufender Aufwand oder in Form von Abschreibungen und Zinsen erfasst werden. Ohne diese Anpassungen sind Vergleiche zwischen Unternehmen nur eingeschränkt aussagekräftig.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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