Valuation
Auch bekannt als: EBITDA-Multiplikator
EV/EBITDA ist ein Bewertungsmultiplikator, der den Enterprise Value ins Verhältnis zum EBITDA setzt. Er ist einer der gebräuchlichsten Faktoren, um die Bewertung von Unternehmen zu vergleichen. Weil das EBITDA Finanzierungs- und Abschreibungseffekte ausblendet, macht der Multiplikator Firmen gut vergleichbar.
Angewendet wird er in zwei Richtungen: Aus beobachteten Faktoren vergleichbarer börsennotierter Unternehmen oder vergleichbarer Transaktionen wird ein Bewertungsniveau abgeleitet, und umgekehrt wird ein verhandelter Preis in einen Faktor übersetzt, um ihn einordnen zu können. Bei der Ableitung ist auf Konsistenz zu achten: Der Unternehmenswert wird zu einem Stichtag ermittelt. Für das EBITDA ist ein einheitlicher Zeitraum festzulegen, etwa die letzten zwölf Monate oder eine klar bezeichnete Prognoseperiode. Auch die Definition der Bereinigungen muss vergleichbar sein. Faktoren aus Kontrolltransaktionen können Kontrollprämien und käuferspezifische Synergien enthalten. Das ist beim Vergleich mit Börsenmultiplikatoren zu berücksichtigen, bedeutet aber nicht, dass jeder Transaktionsfaktor höher liegt. Die Höhe wird vor allem durch Größe, Wachstum, Margenniveau, Wiederkehr der Erlöse, Abhängigkeit von Personen und Kunden sowie durch die Verfassung der Kreditmärkte bestimmt. Kleinere Unternehmen werden dabei regelmäßig mit einem deutlichen Abschlag gehandelt.
Die Schwäche des Multiplikators ist derselbe Punkt, der ihn beliebt macht: Weil Abschreibungen ausgeblendet werden, behandelt er kapitalintensive und kapitalarme Geschäfte gleich, obwohl deren verfügbarer Cashflow stark abweicht. Deshalb wird er in der Praxis um EV/EBIT, die Umwandlungsquote in Cashflow und eine Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren ergänzt. Für die Ableitung ist die Auswahl der Vergleichsgruppe der wirksamste Hebel und deshalb der Punkt, an dem eine Bewertung zuerst geprüft werden sollte. Eine Gruppe, die um zwei oder drei Unternehmen erweitert oder verkleinert wird, verschiebt den Median spürbar. Bewährt hat sich deshalb, die Auswahlkriterien offenzulegen und neben dem Median auch die Spannweite auszuweisen. Daneben zu beachten ist der Zeitpunkt, weil Bewertungsniveaus mit den Kapitalmärkten schwanken und ein Faktor aus einer anderen Marktphase nicht ohne Anpassung übertragbar ist.

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