Valuation
Auch bekannt als: FMV, Marktwert, Verkehrswert
Der Fair Market Value, auf Deutsch Verkehrswert, ist der Preis, den ein Vermögenswert zwischen unabhängigen Parteien am Markt erzielen würde. Er unterstellt, dass Käufer und Verkäufer frei, informiert und ohne Zwang handeln. Damit dient er als objektiver Maßstab für den Wert eines Guts. Der genaue Bewertungsmaßstab hängt vom Anlass ab. Steuerliche, vertragliche und bilanzielle Wertbegriffe verfolgen nicht immer dieselben Annahmen und dürfen daher nicht ungeprüft gleichgesetzt werden.
Für die Bewertungspraxis ist die Abgrenzung zum subjektiven Entscheidungswert wichtig. Dieser berücksichtigt die besonderen Möglichkeiten und Einschränkungen eines konkreten Käufers, etwa Synergien, Integrationskosten und Finanzierung. Er kann deshalb vom Marktwert abweichen und markiert aus Käufersicht die wirtschaftlich vertretbare Preisobergrenze. Ein Käufer mit besonders hohen Synergien kann mehr zahlen als ein anderer, ohne dass der allgemeine Marktwert im gleichen Umfang steigt. Der tatsächlich vereinbarte Preis hängt außerdem von Verhandlungsmacht, Wettbewerb und den übrigen Vertragsbedingungen ab.
Marktbezogene Wertmaßstäbe werden unter anderem bei Anteilsübertragungen, steuerlichen Bewertungen und Auseinandersetzungen unter Gesellschaftern verwendet. Welcher Maßstab gilt, ist jeweils gesondert zu bestimmen. Auch der bilanzielle Fair Value ist ein eigenständig definierter Begriff und kein pauschales Synonym. Für die Praxis ist die Unterscheidung zwischen einem Wert und einem Preis wesentlich, weil ein Wert das Ergebnis einer Rechnung unter bestimmten Annahmen ist, während ein Preis das Ergebnis einer Verhandlung zwischen zwei konkreten Parteien darstellt. Beide fallen regelmäßig auseinander, ohne dass eine der beiden Größen falsch wäre. Für Verkäufer folgt daraus, dass ein Gutachten die Verhandlung vorbereitet, aber nicht ersetzt, und dass der erzielbare Preis wesentlich davon abhängt, wie viele geeignete Käufer tatsächlich angesprochen werden.

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