Finanzielle Due Diligence

Auch bekannt als: FDD, Financial Due Diligence

Die finanzielle Due Diligence prüft die Zahlen, die Ertragskraft und die Finanzlage eines Zielunternehmens. Sie klärt, ob die berichteten Gewinne belastbar sind und wo finanzielle Risiken stecken. Die Ergebnisse sind eine zentrale Grundlage für Preis und Kaufentscheidung. Im Zentrum steht die Analyse der Ertragsqualität, in der jede Position des Ergebnisses daraufhin untersucht wird, ob sie nachhaltig, einmalig oder rein buchhalterisch ist. Daraus entsteht das bereinigte EBITDA, das anschließend als Bemessungsgrundlage des Kaufpreises dient.

Zweiter Schwerpunkt ist das Betriebskapital, das über mindestens zwölf, besser 24 Monate auf Monatsbasis betrachtet wird, um Saisonalität sichtbar zu machen und einen normalisierten Zielwert für die Kaufpreisanpassung abzuleiten. Dritter Schwerpunkt ist die Nettofinanzverschuldung einschließlich aller schuldenähnlichen Posten, die eins zu eins in die Kaufpreisbrücke eingehen. Hinzu kommen die Analyse des Cashflows und seiner Umwandlungsquote, die Prüfung des Investitionsbedarfs, die Aufgliederung von Umsatz und Marge nach Produkten und Kunden sowie eine kritische Würdigung der Planung anhand der Treffsicherheit früherer Planungen. Der Bericht ist typischerweise als Beschreibung mit Feststellungen aufgebaut und enthält keine Prüfungsurteile im Sinne einer Abschlussprüfung.

Anders als der Jahresabschlussprüfer, der die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung bestätigt, fragt die finanzielle Due Diligence nach der wirtschaftlichen Belastbarkeit für einen Käufer. Ihre Ergebnisse übersetzen sich unmittelbar in Preis, Garantien, Freistellungen und Kaufpreiseinbehalte. Für die Praxis ist der Ablauf bedeutsam: Angefordert wird zunächst ein umfangreiches Datenpaket, aus dem eine Datenbank aufgebaut wird, die Auswertungen nach Produkten, Kunden, Regionen und Monaten erlaubt. Erst darauf setzen die eigentlichen Analysen auf. Genau an dieser Stelle scheitern viele Prozesse im Mittelstand, weil die erforderlichen Auswertungen im Rechnungswesen nicht vorliegen und mit erheblichem Aufwand erstellt werden müssen. Eine frühzeitige Vorbereitung dieser Datengrundlage ist deshalb einer der wirksamsten Beiträge zur Prozessgeschwindigkeit.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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