Folgeinvestition

Auch bekannt als: Nachinvestition, Anschlussinvestition

Eine Folgeinvestition ist eine weitere Investition eines bestehenden Investors in einer späteren Finanzierungsrunde. Der Investor stockt sein Engagement auf, statt nur bei der ersten Runde dabei zu sein. So kann er seinen Anteil halten und von der weiteren Entwicklung stärker profitieren. Ermöglicht wird das durch Pro-rata-Rechte, die dem Investor das Recht sichern, sich in Folgerunden anteilig zu beteiligen und damit seine Quote zu verteidigen. Ohne diese Beteiligung verwässert er wie alle anderen Altgesellschafter.

Aus Sicht eines Venture-Fonds ist die Steuerung dieser Mittel eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Ein erheblicher Teil des Fondskapitals wird von Beginn an für Folgeinvestitionen reserviert, häufig in derselben Größenordnung wie die Erstinvestitionen. Die Rendite eines Portfolios entscheidet sich weniger durch die Zahl der Ersteinstiege als durch die konsequente Aufstockung bei den erfolgreichen Beteiligungen. Die schwierigste Frage ist dabei die Abgrenzung zur Nachschussfalle: Weiteres Kapital in ein schwaches Unternehmen zu geben, nur weil bereits Geld investiert wurde, ist ein klassischer Denkfehler, weshalb professionelle Investoren jede Folgeinvestition wie eine Neuinvestition bewerten. Für das Unternehmen ist die Bereitschaft der Bestandsinvestoren ein starkes Signal nach außen: Beteiligen sie sich nicht, fällt es deutlich schwerer, neue Kapitalgeber zu gewinnen.

In Buy-out-Fonds erscheint dieselbe Frage in anderer Gestalt, nämlich als zusätzliches Eigenkapital für Zukäufe einer Plattform. Für die Entscheidung im Einzelfall hat sich eine schlichte Prüffrage bewährt: Würde man in dieses Unternehmen heute erstmals investieren, wenn man noch nicht beteiligt wäre und die aktuellen Zahlen kennen würde? Fällt die Antwort negativ aus, ist zusätzliches Kapital in aller Regel nicht gerechtfertigt, unabhängig vom bereits investierten Betrag. Ebenso zu prüfen ist, ob eine Beteiligung an der Runde erforderlich ist, um Vorzugsrechte zu erhalten, weil Pay-to-Play-Regelungen bei Nichtteilnahme zum Verlust von Schutzrechten führen können.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

Get started

Work smarter across every stage of your deal