Private Equity
Auch bekannt als: Continuation Vehicle, Continuation Fund
Ein Fortführungsfonds ist ein neuer Fonds, der ein Unternehmen aus einem auslaufenden Fonds desselben Managers übernimmt. So kann der Manager eine vielversprechende Beteiligung länger halten, statt sie zum Laufzeitende verkaufen zu müssen. Bestehende Investoren können sich auszahlen lassen oder in den neuen Fonds mitgehen. Der Anlass ist strukturell: Die Laufzeit eines Fonds ist begrenzt, während ein Portfoliounternehmen seinen Wertschöpfungsplan noch nicht abgeschlossen hat oder das Marktumfeld für einen Verkauf ungünstig ist.
Finanziert wird der neue Fonds durch Investoren des Zweitmarkts, häufig ergänzt um Kapital aus dem aktuellen Fonds desselben Managers und um einen erhöhten eigenen Kapitaleinsatz des Managers. Der offensichtliche Interessenkonflikt liegt darin, dass derselbe Manager auf beiden Seiten des Geschäfts steht und den Preis für ein Unternehmen bestimmt, das er sich selbst verkauft. Zur Begrenzung dieses Konflikts können mehrere Elemente beitragen: Ein unabhängiger Berater führt den Prozess, es wird ein Marktpreis über Gebote Dritter ermittelt, eine Fairness Opinion eingeholt und der beratende Ausschuss der Investoren einbezogen.
Für Investoren, die aussteigen, entsteht Liquidität, für die, die mitgehen, ein längerer Anlagehorizont in einem bekannten Unternehmen. Aus einer Randerscheinung ist so ein fester Bestandteil des Zweitmarkts geworden, der neben Trade Sale, Sekundär-Buy-out und Börsengang als eigenständiger Exit-Kanal gilt. Für die beteiligten Investoren ist die Entscheidung praktisch anspruchsvoll, weil sie innerhalb einer begrenzten Frist zwischen Auszahlung und Fortführung wählen müssen, ohne über dieselbe Informationstiefe zu verfügen wie der Manager. Verbandsleitlinien empfehlen deshalb eine ausreichende Frist, eine verständliche Darstellung der Bewertungsgrundlage und die Möglichkeit, zu unveränderten Bedingungen mitzugehen. Für den Manager entstehen zugleich neue Verpflichtungen gegenüber den Zweitmarktinvestoren, deren Renditeerwartung sich von der ursprünglichen unterscheiden kann.

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