Fundraising

Auch bekannt als: Mittelaufnahme, Kapitalbeschaffung

Fundraising ist der Prozess, in dem ein Fonds Kapital von Investoren einsammelt. Der Fondsmanager wirbt bei Kapitalgebern um Zusagen, mit denen er später Unternehmen kaufen kann. Erst wenn genug Kapital zusammenkommt, kann der Fonds mit dem Investieren beginnen.

Der Ablauf folgt einem festen Muster: Zunächst werden Anlagestrategie, Zielgröße, Konditionen und Struktur festgelegt und in einer Präsentation sowie einem Privatplatzierungsdokument beschrieben, dann werden bestehende und neue Investoren angesprochen, es folgen deren Prüfung des Managers und schließlich die Zeichnung. Investoren prüfen dabei vor allem die nachgewiesene Wertentwicklung früherer Fonds, aufgeschlüsselt nach realisierten und unrealisierten Beteiligungen, sowie die Stabilität und Zusammensetzung des Teams. Geprüft werden ferner die Nachvollziehbarkeit der Strategie, die Herkunft der Investitionsgelegenheiten und die Vertragsbedingungen einschließlich Gebühren, Wasserfall und eigenem Kapitaleinsatz des Managers. Der Prozess läuft in mehreren Zeichnungsrunden: Nach dem ersten Schluss kann bereits investiert werden, während weitere Investoren bis zum endgültigen Schluss hinzukommen und über eine Ausgleichszahlung gleichgestellt werden.

Häufig wird ein Platzierungsagent eingeschaltet, der Zugang zu institutionellen Investoren vermittelt und den Prozess begleitet. Für Erstfonds ist die Einwerbung erheblich schwieriger, weil keine eigene Wertentwicklung vorliegt und viele institutionelle Investoren interne Vorgaben zur Mindestanzahl früherer Fonds haben. Die Fähigkeit, verlässlich Kapital einzuwerben, entscheidet über die Existenz eines Managers, weil die Verwaltungsgebühr die laufenden Kosten trägt.

Für die Vorbereitung ist die Aufbereitung der bisherigen Wertentwicklung der aufwendigste Teil, weil Investoren eine Aufschlüsselung nach einzelnen Beteiligungen, nach Werttreibern und nach der Zurechnung zu einzelnen Teammitgliedern verlangen. Eine aggregierte Renditeangabe genügt nicht. Ebenso geprüft wird die Kohärenz zwischen der behaupteten Strategie und den tatsächlich getätigten Investitionen, weil Abweichungen die Glaubwürdigkeit beschädigen. Für Manager mit begrenzter Historie ist die Beteiligung erfahrener Ankerinvestoren häufig der entscheidende Türöffner. Für die Beurteilung eines Managers ist neben der Historie entscheidend, wie viel eigenes Kapital er zusagt und wie stabil sein Team über mehrere Fondsgenerationen geblieben ist.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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