Gewichteter Verwässerungsschutz

Auch bekannt als: Broad-based Weighted Average

Der gewichtete Verwässerungsschutz passt den Einstiegspreis eines Investors an, wenn später Anteile günstiger ausgegeben werden. Anders als beim strengen Full Ratchet erfolgt die Anpassung gewichtet nach dem Umfang der neuen Runde. Das ist die mildere und in der Praxis üblichere Variante des Schutzes. Die Formel lautet: Der neue rechnerische Preis entspricht dem alten Preis multipliziert mit einem Bruch. Im Zähler steht die Summe aus den bestehenden Anteilen und den Anteilen, die für den neuen Investitionsbetrag zum alten Preis erwerbbar wären, im Nenner die Summe aus den bestehenden Anteilen und den tatsächlich neu ausgegebenen Anteilen. Ist die neue Runde klein, fällt die Anpassung entsprechend gering aus. Genau darin liegt der Unterschied zum Full Ratchet, der unabhängig vom Volumen den gesamten Einstiegspreis auf das neue Niveau setzt.

Innerhalb der Variante ist zwischen einer breiten und einer engen Basis zu unterscheiden: Bei der breiten Basis werden neben den ausgegebenen Anteilen auch Optionen und wandelbare Instrumente berücksichtigt, was die Anpassung weiter abmildert und die Gründer begünstigt. Die enge Basis lässt diese außer Betracht. Marktüblich ist im deutschen Venture Capital die breite Basis. Umgesetzt wird der Ausgleich technisch meist über eine Kapitalerhöhung zum Nennbetrag zugunsten des geschützten Investors.

Ein Beispiel: Wurden zuvor 1.000.000 Anteile zu 10 Euro ausgegeben und werden nun 200.000 Anteile zu 5 Euro nachgeschoben, ergibt sich ohne weitere einzubeziehende Optionen oder Wandelrechte ein angepasster Preis von rund 9,17 Euro statt der 5 Euro, die eine vollständige Anpassung ergäbe. Die Differenz zeigt, wie viel Verwässerung die Gründer bei welcher Variante tragen.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

Get started

Work smarter across every stage of your deal