Financial Metric
Auch bekannt als: Capex, Investitionen
Investitionsausgaben, oft CapEx genannt, sind Ausgaben für langlebige Vermögenswerte wie Maschinen, Gebäude oder Fahrzeuge. Anders als laufende Betriebskosten wirken sie über viele Jahre. Sie zeigen, wie viel ein Unternehmen in seine Substanz und sein künftiges Wachstum steckt.
Bilanziell werden sie aktiviert und bei begrenzter Nutzungsdauer abgeschrieben, weshalb sie die Gewinn- und Verlustrechnung nur mittelbar über die Abschreibung belasten, den Cashflow aber sofort und in voller Höhe. In der Kapitalflussrechnung erscheinen sie deshalb im Investitionsbereich, und der Free Cash Flow ergibt sich als operativer Cashflow abzüglich der Investitionsausgaben. Für die Beurteilung eines Geschäfts ist die Aufteilung entscheidend: Erhaltungsinvestitionen sichern lediglich die vorhandene Kapazität und sind faktisch unvermeidbar, während Erweiterungsinvestitionen zusätzliches Wachstum finanzieren und im Zweifel verschoben werden können. Als grobe Orientierung dient der Vergleich mit den Abschreibungen: Liegen die Investitionen dauerhaft darunter, kann dies auf Substanzverzehr hindeuten. Anlagenalter, Preisentwicklung und die Art der früheren Investitionen müssen dabei mitbetrachtet werden.
Üblich ist zudem die Betrachtung als Anteil am Umsatz, die je nach Branche stark schwankt, von wenigen Prozent bei Software- und Dienstleistungsgeschäften bis zu zweistelligen Werten in der Industrie. Zu beachten ist die Abgrenzung zu Leasing und Miete, weil dieselbe wirtschaftliche Nutzung je nach Vertragsgestaltung als Investition oder als laufender Aufwand erscheint. Nach IFRS 16 werden Leasingverhältnisse beim Nutzer grundsätzlich bilanziert, während das HGB stärker auf die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums abstellt.
In Transaktionen wird der künftige Investitionsbedarf regelmäßig unterschätzt, weshalb die Due Diligence Anlagenalter, Instandhaltungshistorie und aufgeschobene Projekte gesondert prüft. Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Abgrenzung zwischen aktivierungspflichtigem Aufwand und laufender Instandhaltung, weil beide denselben Mittelabfluss verursachen, aber unterschiedlich auf das ausgewiesene Ergebnis wirken. Eine über die Jahre veränderte Aktivierungspraxis ist deshalb ein Prüfpunkt. Für die Planung wird der künftige Bedarf üblicherweise aus Anlagenverzeichnis, Alter und Nutzungsdauer abgeleitet und mit den historischen Werten abgeglichen. Bei Unternehmen mit stark schwankendem Investitionsverhalten empfiehlt sich eine Durchschnittsbetrachtung über mehrere Jahre statt eines einzelnen Stichjahres.

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