Kaufpreismechanismus

Auch bekannt als: Preismechanismus, Kaufpreisanpassung

Ein Kaufpreismechanismus ist die vertragliche Regelung, wie der endgültige Kaufpreis ermittelt und angepasst wird. Bekannte Varianten sind die Locked Box mit festem Stichtag und die Stichtagsbilanz mit Anpassung nach dem Closing. Er sorgt dafür, dass beide Seiten wissen, wie der finale Preis zustande kommt. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verteilung des Risikos für die Zeit zwischen einem Stichtag und dem Closing.

Bei der Locked Box wird der Preis auf einen zurückliegenden Abschluss festgelegt, das wirtschaftliche Ergebnis der Zwischenzeit steht dem Käufer zu, und der Verkäufer verpflichtet sich, keine Werte aus dem Unternehmen abfließen zu lassen. Häufig wird eine Verzinsung des Kaufpreises für diesen Zeitraum vereinbart. Bei der Stichtagsabrechnung wird der Preis nach dem Closing anhand eines Abschlusses zum Closingstag angepasst, wobei Nettoverschuldung und Betriebskapital gegen vereinbarte Referenzwerte abgeglichen werden. Die Wahl folgt der Interessenlage: Verkäufer bevorzugen die Preissicherheit der Locked Box, Käufer die Genauigkeit der Abrechnung, insbesondere wenn das Betriebskapital stark schwankt oder die unterjährigen Zahlen wenig belastbar sind.

Unabhängig von der Variante entscheidet nicht der Mechanismus selbst über den Preis, sondern die Definitionen von Zahlungsmitteln, Finanzschulden, schuldenähnlichen Posten und normalisiertem Betriebskapital, weshalb diese so früh und so genau wie möglich festzuhalten sind. In Europa ist die feste Bewertungsbasis bei Verkäufen durch Finanzinvestoren verbreitet, weil sie Planungssicherheit über den Erlös schafft.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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