Kurs-Gewinn-Verhältnis

Auch bekannt als: KGV

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, englisch Price to Earnings Ratio, setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Es zeigt, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns eine Aktie bewertet ist. Ein hohes Verhältnis kann auf hohe Erwartungen an das künftige Wachstum hindeuten. Der Kehrwert entspricht der Gewinnrendite und lässt sich mit anderen Anlagealternativen vergleichen, was die Kennzahl in der Kapitalmarktpraxis so verbreitet macht.

Wichtig ist die methodische Einordnung: Weil sowohl Zähler als auch Nenner nach Zinsen und Steuern definiert sind, gehört das Verhältnis zum Eigenkapitalwert und darf nicht mit Multiplikatoren auf den Unternehmenswert wie EV/EBITDA verwechselt oder vermischt werden. Genau daraus folgt auch die wesentliche Schwäche: Die Kennzahl reagiert unmittelbar auf die Kapitalstruktur, weil ein hoher Zinsaufwand den Gewinn mindert, und auf die Steuerquote, weshalb Unternehmen mit unterschiedlicher Finanzierung oder Sitzstaat nur eingeschränkt vergleichbar sind. Hinzu kommt die Anfälligkeit des Jahresergebnisses für einmalige Effekte und Bewertungsentscheidungen sowie die Unbrauchbarkeit bei Verlusten, weil ein negatives Verhältnis keine Aussage trägt. In der Transaktionspraxis spielt das Kurs-Gewinn-Verhältnis deshalb eine untergeordnete Rolle und wird vor allem bei börsennotierten Vergleichsunternehmen sowie in der Analyse der Ergebniswirkung einer Übernahme verwendet, wo es den Zusammenhang zwischen Bewertung und Verwässerung des Gewinns je Aktie erklärt.

Rechnerisch ergibt sich das Verhältnis als Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie oder gleichbedeutend als Marktkapitalisierung geteilt durch den Jahresüberschuss. Ein Wert von 15 bedeutet, dass Anleger für einen Euro Jahresgewinn 15 Euro zahlen, was rechnerisch einer Gewinnrendite von rund 6,7 Prozent entspricht. Zu unterscheiden ist die Betrachtung auf Basis der letzten zwölf Monate von der auf Basis der Schätzungen für die kommenden zwölf Monate, die bei steigendem erwartetem Gewinn und gleichem Aktienkurs niedriger ausfällt. Bei Verlusten ist die Kennzahl wirtschaftlich nicht sinnvoll interpretierbar. Zur Bewertung können beispielsweise umsatzbezogene Multiplikatoren herangezogen werden.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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