Operativer Cashflow

Auch bekannt als: OCF, Cashflow aus laufender Tätigkeit

Der operative Cashflow ist der Zahlungsmittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Er zeigt, wie viel echtes Geld das Kerngeschäft erwirtschaftet, unabhängig von Investitionen und Finanzierung. Ein stabiler operativer Cashflow ist ein Zeichen für ein gesundes Geschäft. In der Kapitalflussrechnung bildet er den ersten von drei Bereichen neben dem Investitions- und dem Finanzierungsbereich und wird in der Praxis meist indirekt ermittelt.

Ausgehend vom Jahresergebnis werden zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge wie Abschreibungen und Rückstellungsveränderungen hinzugerechnet oder abgezogen und die Veränderung des Betriebskapitals berücksichtigt. Genau diese letzte Position erklärt die häufigsten Abweichungen vom ausgewiesenen Gewinn: Ein wachsendes Unternehmen bindet Mittel in Vorräten und Forderungen, sodass ein guter Gewinn mit einem schwachen Zufluss einhergehen kann, während ein schrumpfendes Geschäft Kapital freisetzt und kurzfristig gut aussieht. Aussagekräftig ist die Größe deshalb im Zusammenspiel mit dem EBITDA, ausgedrückt in der Umwandlungsquote, und im Zeitverlauf über mehrere Jahre. Für Kreditgeber ist der operative Cashflow der Ausgangspunkt der Schuldendienstfähigkeit, weil Zins und Tilgung aus Zahlungsmitteln und nicht aus Buchgewinnen bedient werden.

Zu beachten ist bei internationalen Vergleichen, dass die Zuordnung von Zinsen und Steuern zu den Bereichen der Kapitalflussrechnung nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards abweichen kann. Nach IAS 7 darf die Darstellung direkt oder indirekt erfolgen, in der Praxis überwiegt die indirekte Methode, die vom Jahresergebnis ausgeht und zahlungsunwirksame Posten sowie Veränderungen des Betriebskapitals korrigiert. Aussagekräftig wird die Größe erst im mehrjährigen Vergleich, weil einmalige Effekte wie ein verlängertes Zahlungsziel den Wert in einem einzelnen Jahr deutlich verbessern können, ohne dass sich das Geschäft verändert hat. Ein häufig genutzter Prüfschritt ist der Vergleich mit dem EBITDA über mehrere Jahre: Bleibt der operative Cashflow dauerhaft deutlich zurück, deutet das auf Ergebnisqualität hin, die kritisch zu hinterfragen ist.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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