Private Equity
Auch bekannt als: Platzierungsagent
Ein Placement Agent vermittelt einem Fonds Kapital institutioneller Investoren. Er bereitet die Unterlagen auf, insbesondere das Private Placement Memorandum und den Datenraum, erstellt die Zielliste, steuert den Fundraising-Prozess und begleitet die Due Diligence der Investoren. Der Wert der Leistung liegt weniger in der Aufbereitung als im Zugang: Institutionelle Investoren erhalten weit mehr Anfragen, als sie prüfen können, und ein Agent mit belastbaren Beziehungen entscheidet darüber, ob eine Unterlage überhaupt gelesen wird. Hinzu kommt die Vorbereitung des Managers auf die Fragen, die institutionelle Investoren tatsächlich stellen, etwa zur Zurechnung früherer Wertentwicklung auf einzelne Teammitglieder, zur Herkunft der Investitionsgelegenheiten und zur Stabilität des Teams.
Vergütet wird er üblicherweise erfolgsabhängig mit einem Prozentsatz des tatsächlich eingeworbenen Kapitals, häufig gestaffelt nach Investorentyp und teilweise mit einem Retainer kombiniert. In Deutschland ist die Vermittlung von Fondsanteilen grundsätzlich reguliert. Welche Erlaubnis oder Ausnahme greift, hängt von der konkreten Tätigkeit und den vermittelten Produkten ab. Für kleinere und erstmalige Fondsmanager ist er oft die einzige realistische Tür zu institutionellen Investoren, während etablierte Manager mit belastbarem Track Record meist ohne auskommen.
Zu beachten ist, dass die Gebühr wirtschaftlich das eingeworbene Kapital verteuert und deshalb im Verhältnis zum erwarteten Zugangsvorteil zu bewerten ist. Der Vertrag regelt regelmäßig, welche Investoren dem Vermittler zugerechnet werden und für welchen Zeitraum diese Zuordnung nach Mandatsende fortwirkt, weil daran häufig Streit entsteht. Vor Mandatsbeginn ist deshalb zu prüfen, ob der Vermittler die vorgesehenen Fonds gegenüber den angesprochenen Anlegergruppen tatsächlich vertreiben darf. Bei einer internationalen Investorensuche sind zusätzlich die Anforderungen in den jeweiligen Zielländern zu berücksichtigen.

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