Private Equity
Auch bekannt als: Plattformakquisition, Ankerakquisition
Ein Plattform-Investment ist die erste und meist größte Akquisition einer Buy-and-Build-Strategie. Sie liefert Management, Systeme, Marke und Infrastruktur, an die anschließend kleinere Unternehmen als Add-ons angedockt werden. Der eigentliche Werthebel ist die Multiple-Arbitrage: Die Plattform wird zu einem höheren EBITDA-Multiple gekauft, die Zukäufe zu deutlich niedrigeren, und die vergrößerte Gruppe wird beim Exit wieder zum höheren Multiple bewertet. Hinzu kommen operative Synergien aus gemeinsamem Einkauf, geteilter Verwaltung und breiterem Marktzugang.
Das gesamte Programm muss in die begrenzte Haltedauer des Investors passen. Als Orientierungswert gelten dafür häufig etwa fünf bis sieben Jahre, abhängig vom Marktumfeld. Deshalb beginnt die Integration eines Zukaufs in der Praxis bereits in den ersten 100 Tagen. Auswahlkriterium für eine Plattform ist deshalb weniger der Einstiegspreis als die Frage, ob Führung und Systeme weitere Übernahmen operativ tragen können. Ein Unternehmen mit belastbarem Berichtswesen, einer zweiten Führungsebene und einheitlichen Prozessen kann mehrere Zukäufe verkraften, ein inhabergeführter Betrieb ohne diese Strukturen nicht. Finanziert wird das Programm regelmäßig über eine im Kreditvertrag vorgesehene Akquisitionslinie und zusätzliches Eigenkapital des Fonds, wobei die bestehenden Covenants die Obergrenze setzen.
Für Verkäufer kleinerer Unternehmen sind Plattformen häufig die bestzahlenden Käufer. Gezahlt wird für die Plattform häufig ein höherer Multiplikator als für die späteren Zukäufe, was den erwarteten Wertbeitrag aus der Zusammenführung teilweise vorwegnimmt. Rahmen und Bedingungen der Akquisitionslinie werden bereits beim Ersterwerb verhandelt, weil eine spätere Erweiterung die Zustimmung der Kreditgeber erfordert. Ohne integrationsfähiges Management bleibt der erhoffte Bewertungsvorteil beim Exit aus.

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