Venture Capital
Auch bekannt als: Pre-Money
Die Pre-Money-Bewertung ist der Wert eines Unternehmens unmittelbar vor einer Finanzierungsrunde. Sie bildet die Grundlage dafür, welchen Anteil neue Investoren für ihr Kapital bekommen. Zusammen mit dem neuen Kapital ergibt sich daraus die Post-Money-Bewertung. In der Frühphase beruht diese Zahl nur begrenzt auf klassischen Bewertungsverfahren, weil weder belastbare Ergebnisse noch verlässliche Planungen vorliegen. Maßgeblich sind stattdessen Team, Marktgröße, erste Signale aus dem Markt, der Wettbewerb um die Runde sowie schlicht der Kapitalbedarf und die Bereitschaft der Gründer zur Verwässerung.
In der Praxis wird häufig rückwärts gerechnet: Der Investor legt die angestrebte Beteiligungsquote fest, aus dem Kapitalbedarf ergibt sich der Investitionsbetrag, und daraus folgt die Bewertung. Wichtig ist die genaue Definition, denn die Bewertung vor Kapitalzufluss kann je nach Vereinbarung den Optionspool und ausstehende Wandelinstrumente bereits enthalten oder nicht. Wird der Pool vor der Runde eingerichtet und eingerechnet, verringert das die Quote der Altgesellschafter zusätzlich, ohne dass sich die genannte Zahl ändert. Deshalb ist die Angabe nur zusammen mit einer vollverwässerten Kapitalisierungstabelle aussagekräftig. Für Gründer ist zudem zu bedenken, dass eine sehr hohe Bewertung nicht in jedem Fall vorteilhaft ist, weil sie die Erwartung an die nächste Runde erhöht und das Risiko einer Abwertung mit ihren Folgen für den Verwässerungsschutz vergrößert.
In der Praxis ist die Pre-Money-Bewertung bei jungen Unternehmen weniger das Ergebnis einer Rechnung als einer Verhandlung, in der Marktumfeld, Wettbewerb um die Runde und die Höhe des benötigten Kapitals zusammenwirken. Ein häufig genutzter Ausgangspunkt ist die Rückrechnung aus dem gewünschten Anteil des Investors: Sollen für 3 Millionen Euro 20 Prozent erworben werden, ergibt sich eine Post-Money-Bewertung von 15 Millionen Euro und damit eine Pre-Money-Bewertung von 12 Millionen Euro. Bei Wandeldarlehen wird zusätzlich festgelegt, ob die Wandlung auf die Pre-Money- oder die Post-Money-Bewertung erfolgt.

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