Valuation
Auch bekannt als: Transaktionsmultiplikatoren, Transaction Comps
Precedent Transactions bewerten ein Unternehmen anhand von Multiplikatoren aus früheren vergleichbaren Übernahmen. Man schaut, welche Preise für ähnliche Firmen tatsächlich bezahlt wurden. Daraus lässt sich ableiten, was der Markt für ein solches Unternehmen zu zahlen bereit ist. Der methodische Vorteil liegt darin, dass es sich um tatsächlich vereinbarte Preise handelt und nicht um Modellwerte. Einbezogen sind damit automatisch die Kontrollprämie und die Synergieerwartungen der Käufer. Genau daraus folgt aber auch die wichtigste Einschränkung: Weil Transaktionsmultiplikatoren die Kontrolle bereits enthalten, liegen sie systematisch über Börsenmultiplikatoren und dürfen nicht zusätzlich um eine Prämie erhöht werden.
Die praktische Schwierigkeit ist die Datenlage. Im deutschen Mittelstand werden Kaufpreise regelmäßig nicht veröffentlicht, sodass die verfügbaren Datenbanken lückenhaft sind und Angaben teils auf Schätzungen beruhen. Hinzu kommt, dass die zugrunde liegende Ergebnisgröße häufig unbekannt ist und offen bleibt, ob ein bereinigtes oder ein ausgewiesenes EBITDA verwendet wurde. Auch die Vergleichbarkeit ist begrenzt, weil Transaktionen aus unterschiedlichen Marktphasen stammen und Kreditverfügbarkeit sowie Wettbewerbsintensität den Preis mitbestimmt haben. Deshalb wird der Vergleich in der Praxis auf eine überschaubare Zahl wirklich ähnlicher Fälle beschränkt, um Größe, Wachstum, Marge und Zeitpunkt bereinigt und stets neben anderen Verfahren dargestellt.
Für die Auswertung werden je Vergleichsfall der Unternehmenswert und die Bezugsgröße zum Transaktionszeitpunkt erhoben und daraus Multiplikatoren gebildet, aus denen üblicherweise der Median und die Bandbreite zwischen erstem und drittem Quartil berichtet werden. Anders als bei börsennotierten Vergleichsunternehmen enthalten die Multiplikatoren eine Kontrollprämie, weil in den zugrunde liegenden Fällen die Mehrheit übertragen wurde.

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