Private Equity
Auch bekannt als: P2P, Take-Private, Going Private
Ein Public-to-Private ist die Übernahme eines börsennotierten Unternehmens mit dem Ziel, es von der Börse zu nehmen. Ein Investor kauft die Aktien auf und führt das Unternehmen anschließend privat weiter. Mit dem späteren Börsenrückzug können die Kosten und Pflichten der Börsennotierung entfallen. Für Finanzinvestoren ist dies ein Weg, ein Unternehmen aus dem Kapitalmarkt in einen klassischen Buy-out zu überführen.
Der wirtschaftliche Reiz liegt häufig in einem Bewertungsunterschied: Der Käufer sieht Potenzial für operative Verbesserungen, eine andere Kapitalstruktur oder Investitionen, deren Wirkung erst über mehrere Jahre sichtbar wird. Er muss dafür üblicherweise einen Aufschlag auf den unbeeinflussten Börsenkurs anbieten. Entscheidend ist, ob der erwartete Wertzuwachs diese Prämie, die Finanzierungskosten und den Aufwand des Übernahmeverfahrens rechtfertigt.
Anders als bei einem privaten Unternehmensverkauf verhandelt der Bieter nicht nur mit einem einzelnen Eigentümer. Er muss ausreichend Aktionäre zur Annahme seines Angebots bewegen und zugleich die Regeln für öffentliche Übernahmen beachten. Ein unterstützendes Management und Zusagen großer Aktionäre können die Umsetzung erleichtern. Die Finanzierung muss früh belastbar stehen, während Umfang und Zeitpunkt einer vertieften Unternehmensprüfung von der Zusammenarbeit mit der Zielgesellschaft abhängen.
Eine Mindestannahmeschwelle soll verhindern, dass der Käufer nur eine Beteiligung erhält, mit der sich sein Plan nicht umsetzen lässt. Welche Beteiligung er benötigt, hängt von den vorgesehenen Maßnahmen ab. Übernahme, Börsenrückzug und vollständiger Ausschluss verbleibender Minderheitsaktionäre sind dabei unterschiedliche Schritte. Ein Delisting beendet die Börsennotierung, beseitigt aber nicht automatisch die Beteiligungen der übrigen Aktionäre.
Für die Renditerechnung sind deshalb auch der Zeitraum bis zur vollständigen Kontrolle und mögliche Zahlungen an verbleibende Aktionäre relevant. Solange Minderheiten beteiligt bleiben, können sie die angestrebte Struktur und den späteren Exit beeinflussen. Eine belastbare Planung berücksichtigt neben dem Kaufpreis daher Verfahrenskosten, Finanzierungsbedarf und die Möglichkeit, dass einzelne Schritte länger dauern oder nicht wie vorgesehen gelingen.

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