Due Diligence
Auch bekannt als: Red Flags, Frühwarnbericht
Ein Red-Flag-Bericht fasst aus einer Due Diligence die wichtigsten Risiken und offenen Punkte kurz zusammen. Statt jedes Detail zu schildern, hebt er die entscheidenden Warnsignale hervor. So sieht der Käufer auf einen Blick, wo mögliche Dealbreaker liegen. Der Aufbau folgt einer klaren Logik.
Jede Feststellung wird beschrieben, in ihrer wirtschaftlichen Auswirkung möglichst beziffert, nach Schwere eingeordnet und mit einer Empfehlung versehen, wie damit umzugehen ist, etwa durch einen Preisabschlag, eine Freistellung, eine Closingsbedingung, eine Garantie oder eine weitergehende Prüfung. Der Vorteil gegenüber einem vollständigen Bericht liegt in Zeit und Kosten, weshalb dieses Format vor allem im mittleren Marktsegment, in frühen Prozessphasen und bei einer Vielzahl paralleler Prüfungen verbreitet ist. Die Grenze liegt darin, dass eine auf wesentliche Punkte fokussierte Prüfung naturgemäß nicht alles erfasst. Der Umfang der Prüfung und die geprüften Schwellenwerte sind deshalb im Bericht ausdrücklich zu beschreiben. Für Banken, die eine Akquisitionsfinanzierung stellen, ist häufig ein vollständiger Bericht erforderlich, ebenso für den Abschluss einer Gewährleistungsversicherung, weil der Versicherer den Umfang der Prüfung zur Grundlage seiner Risikoeinschätzung macht.
In der Praxis wird deshalb häufig zweistufig gearbeitet: zunächst eine Red-Flag-Prüfung zur Entscheidung über die Fortführung und anschließend eine vertiefte Prüfung der als kritisch erkannten Bereiche. Der Umfang bleibt bewusst begrenzt und stützt sich auf die im Datenraum verfügbaren Unterlagen, ohne eigene Erhebungen beim Zielunternehmen. Typische Befunde sind fehlende Genehmigungen, ungeklärte Eigentumsverhältnisse an Marken oder Software, Wechselklauseln in wichtigen Verträgen, offene Steuerprüfungen, Rückstellungen für Altlasten und Abhängigkeiten von einzelnen Kunden oder Personen. Der Bericht ordnet jeden Punkt nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Höhe ein und benennt, ob er über den Preis, eine Freistellung, eine Closingsbedingung oder gar nicht zu lösen ist.

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