Refinanzierung

Auch bekannt als: Umschuldung, Rekapitalisierung

Eine Refinanzierung ersetzt bestehende Schulden durch eine neue Finanzierung. Auslöser ist meist ein konkretes Ereignis: die bevorstehende Fälligkeit eines endfälligen Kredits, ein gesunkenes Zinsniveau oder eine verbesserte Bonität, die günstigere Konditionen ermöglicht. Verhandelt werden dabei nicht nur der Zinssatz, sondern auch Laufzeit, Tilgungsprofil, Sicherheiten und Covenants. In der Summe entscheiden diese Punkte häufig stärker über den Handlungsspielraum des Unternehmens als die Marge selbst.

Zu berücksichtigen sind die einmaligen Kosten der Ablösung, etwa neue Finanzierungsgebühren, Rechts- und Beratungskosten sowie eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung. Ein niedrigerer Zins bedeutet deshalb nicht automatisch eine günstigere Gesamtfinanzierung. Der wirtschaftliche Vergleich stellt die erwarteten Einsparungen über die neue Laufzeit den Kosten des Wechsels gegenüber. Ebenso wichtig ist, ob das Unternehmen durch längere Laufzeiten, geringere Pflichttilgungen oder zusätzliche Kreditlinien mehr finanzielle Flexibilität gewinnt.

Der Prozess beginnt mit einer aktualisierten Planung. Sie zeigt, wie viel Fremdkapital das Unternehmen tragen kann, wann größere Investitionen anstehen und welcher Liquiditätspuffer benötigt wird. Auf dieser Grundlage werden bestehende und mögliche neue Kreditgeber angesprochen. Eine verbesserte Unternehmensgröße oder Ertragslage kann dabei den Zugang zu Finanzierungsformen eröffnen, die beim Abschluss des bisherigen Kredits noch nicht verfügbar waren.

Timing ist entscheidend: Wer erst kurz vor Fälligkeit verhandelt, hat weniger Ausweichmöglichkeiten und läuft Gefahr, ungünstige Bedingungen akzeptieren zu müssen. Früh zu klären sind deshalb die Ablösbarkeit bestehender Kredite, die Freigabe von Sicherheiten und die Voraussetzungen für die Auszahlung der neuen Mittel. Alte und neue Finanzierung müssen zeitlich zusammenpassen, damit keine Liquiditätslücke entsteht.

In fremdfinanzierten Buy-outs kann eine Refinanzierung zudem mit einer Ausschüttung an die Eigentümer verbunden werden. Dadurch steigt allerdings gegebenenfalls die Verschuldung, was die Belastbarkeit des Geschäfts erneut zum Prüfpunkt macht. Vor einem geplanten Unternehmensverkauf ist außerdem relevant, ob ein Käufer die Finanzierung übernehmen kann oder sie bei einem Eigentümerwechsel abzulösen ist.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

Get started

Work smarter across every stage of your deal