M&A Process
Auch bekannt als: Monatspauschale, Grundvergütung
Ein Retainer ist die feste, meist monatlich gezahlte Grundvergütung eines M&A-Beraters, die unabhängig vom Erfolg der Transaktion anfällt. Sie deckt den laufenden Aufwand für Unterlagenerstellung, Käuferansprache und Prozesssteuerung und signalisiert dem Berater zugleich, dass der Mandant es ernst meint. Genau darin liegt die eigentliche Funktion. Ein Verkaufsprozess bindet über Monate erhebliche Kapazität, und ohne eine feste Komponente würde ein Berater das gesamte Risiko eines Abbruchs tragen, was entweder zu höheren Erfolgsprovisionen oder zu geringerer Sorgfalt in der Vorbereitung führen würde.
Die Höhe liegt im Mittelstand in der Regel im niedrigen vier- bis fünfstelligen Bereich pro Monat und richtet sich nach Transaktionsgröße und Umfang des Mandats. Üblicherweise wird der Retainer ganz oder anteilig auf die spätere Erfolgsprovision angerechnet, sodass er wirtschaftlich eine Vorauszahlung ist. Das sollte im Mandatsvertrag ausdrücklich geregelt sein. Verhandelt werden neben der Höhe die Dauer der Zahlung, eine mögliche Begrenzung auf eine bestimmte Anzahl von Monaten sowie die Frage, ob die Zahlung bei Eintritt bestimmter Meilensteine endet. Ob der gezahlte Retainer bei Scheitern des Prozesses beim Berater verbleibt, ist Verhandlungssache und der eigentliche Streitpunkt. Für den Mandanten ist er ein fester Kostenblock, der auch ohne Abschluss anfällt, weshalb er zusammen mit der Erfolgsprovision und den Auslagen in einer Gesamtbetrachtung der Transaktionskosten zu bewerten ist. Zusätzlich vereinbart werden regelmäßig eine Kostenerstattung für Auslagen und eine Nachlauffrist, innerhalb derer eine Provision auch dann anfällt, wenn die Transaktion nach Mandatsende mit einem vom Berater eingeführten Käufer zustande kommt.

Get started