Rule of 40

Auch bekannt als: 40-Prozent-Regel

Die Rule of 40 ist eine Faustregel für Software-Unternehmen. Nach ihr sollten Umsatzwachstum in Prozent und Gewinnmarge zusammen mindestens 40 ergeben. Sie hilft einzuschätzen, ob eine Firma ein gesundes Gleichgewicht aus Wachstum und Profitabilität hält. Der Gedanke dahinter ist einfach: In einem Abonnementgeschäft ist es wirtschaftlich vertretbar, auf Marge zu verzichten, solange dieser Verzicht in Wachstum umgesetzt wird, weil ein heute gewonnener Kunde über viele Jahre Erlöse bringt. Wer dagegen weder wächst noch verdient, hat kein tragfähiges Modell.

Ein Unternehmen mit 60 Prozent Wachstum und einer Marge von minus 20 Prozent erfüllt die Regel ebenso wie eines mit 15 Prozent Wachstum und 25 Prozent Marge. Für die Anwendung ist entscheidend, welche Margengröße verwendet wird: Üblich sind die Marge auf Basis des freien Cashflows oder des bereinigten EBITDA, wobei die Ergebnisse je nach Definition deutlich abweichen und Vergleiche nur bei gleicher Grundlage sinnvoll sind. Die Grenzen der Regel sind bekannt. Sie eignet sich vor allem für Unternehmen ab einer gewissen Größe mit hohem Anteil wiederkehrender Erlöse. Sie sagt nichts über die Qualität des Wachstums oder über die Kundenbindung aus und behandelt Wachstum und Marge als gleichwertig, obwohl Investoren Wachstum in der Regel höher gewichten.

In der Praxis dient sie als schneller Filter und nicht als Bewertungsmethode. Für Unternehmen mit weniger als etwa 10 Millionen Euro Umsatz ist die Regel kaum aussagekräftig, weil Wachstumsraten auf kleiner Basis leicht hohe Werte erzeugen.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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