Capital Markets
Auch bekannt als: Zweitplatzierung
Ein Secondary Offering ist der Verkauf bereits bestehender Aktien durch Altaktionäre am Markt. Anders als bei einer Kapitalerhöhung fließt das Geld nicht dem Unternehmen zu, sondern den verkaufenden Anteilseignern.
Typische Verkäufer sind Finanzinvestoren nach Ablauf der Haltefrist eines Börsengangs, Gründerfamilien und Ankeraktionäre, die ihre Beteiligung verringern wollen. Für das Unternehmen hat der Vorgang trotz des fehlenden Kapitalzuflusses Bedeutung, weil er den Free Float erhöht, die Liquidität der Aktie verbessert und die Aktionärsstruktur verändert. Kurzfristig belastet ein größeres Angebot allerdings den Kurs. Für Finanzinvestoren ist die Zweitplatzierung der eigentliche Ausstieg nach einem Börsengang, der regelmäßig über mehrere Schritte erfolgt, weil ein vollständiger Verkauf auf einmal den Kurs zu stark belasten würde.
Zu unterscheiden sind die Platzierung durch bestehende Aktionäre, bei der kein Geld ins Unternehmen fließt, und die Kapitalerhöhung, bei der neue Aktien ausgegeben werden. Beide werden häufig kombiniert, sodass ein Teil des Erlöses dem Unternehmen und ein Teil den abgebenden Aktionären zufließt.
Technisch erfolgt die Platzierung entweder als beschleunigte Platzierung bei institutionellen Investoren innerhalb weniger Stunden, meist mit einem Abschlag von wenigen Prozent auf den Schlusskurs, oder als breit vermarktetes Angebot mit Prospekt. Nach einem Börsengang begrenzen Haltefristen den Zeitpunkt solcher Platzierungen. Für den Kurs ist entscheidend, wie groß das platzierte Volumen im Verhältnis zum durchschnittlichen Handelsvolumen ist, weil ein zu großes Angebot den Kurs über Wochen belastet.

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