Venture Capital
Auch bekannt als: Seed-Finanzierung, Startkapital
Eine Seed-Runde ist die erste institutionelle Finanzierungsrunde eines Start-ups und finanziert den Weg von einem funktionierenden Prototyp zu einem marktfähigen Produkt mit ersten zahlenden Kunden. Sie folgt auf die Pre-Seed-Phase und geht der Series A voraus. Kapitalgeber sind Business Angels, spezialisierte Seed-Fonds, Frühphasen-VCs und öffentliche Programme wie der High-Tech Gründerfonds, häufig über Wandeldarlehen oder SAFE-ähnliche Instrumente statt über eine vollwertige Bewertungsrunde.
Verwendet wird das Kapital überwiegend für den Aufbau des Teams, die Fertigstellung des Produkts und erste Vertriebsaktivitäten, mit denen sich zeigen lässt, dass Kunden tatsächlich zahlen und bleiben. Bemessen wird die Runde in der Regel auf 18 bis 24 Monate Runway, also genau auf die Zeit, die nötig ist, um die für eine Series A verlangten Kennzahlen zu erreichen. Rechtlich entsteht in dieser Phase häufig erstmals ein vollständiges Vertragswerk mit Gesellschaftervereinbarung, Vorzugsrechten, Verwässerungsschutz, Vesting für die Gründer und einem Optionspool für Mitarbeiter.
Erwartet wird in dieser Phase kein belastbarer Ertrag, sondern der Nachweis, dass zahlende Kunden das Produkt tatsächlich nutzen und dass sich Gewinnung und Bindung dieser Kunden wiederholbar gestalten lassen. Die Bewertung ergibt sich in dieser Phase weniger aus einer Rechnung als aus dem Verhältnis von Kapitalbedarf und akzeptabler Verwässerung.

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