Debt / Financing
Auch bekannt als: Vorrangiger Kredit, Senior Loan
Senior Debt wird gegenüber nachrangigen Finanzierungsverbindlichkeiten vorrangig bedient. Weil das Risiko für die Geldgeber geringer ist, sind auch die Zinsen niedriger. Es bildet die sicherste und meist größte Schicht in der Finanzierung. Der konkrete Vorrang hängt von Besicherung, gesetzlicher Rangfolge und vertraglichen Regelungen ab. Eine Gläubigervereinbarung kann zusätzlich Stillhaltefristen für nachrangige Gläubiger und die Verteilung von Verwertungserlösen festlegen. Senior Debt kann auch unbesichert sein.
In Akquisitionsfinanzierungen besteht diese Schicht typischerweise aus mehreren Tranchen: einer amortisierenden Tranche mit planmäßiger Rückführung über etwa fünf bis sieben Jahre, einer endfälligen institutionellen Tranche mit geringer laufender Tilgung, einer Akquisitionslinie für spätere Zukäufe sowie einer revolvierenden Betriebsmittellinie. Gegenleistung für die günstigen Konditionen sind umfangreiche Sicherheiten, Informations- und Handlungsauflagen sowie in klassischen Bankstrukturen laufend zu prüfende Finanzkennzahlen. In institutionell geprägten Strukturen fallen diese teilweise weg. Für den Kreditnehmer ist die Schicht die günstigste Finanzierungsquelle, zugleich aber diejenige mit den stärksten Eingriffsrechten, weshalb die Ausgestaltung der Auflagen ebenso verhandelt wird wie die Marge. Für die Struktur insgesamt bestimmt die Höhe dieser Tranche, wie viel teureres nachrangiges Kapital und wie viel Eigenkapital zusätzlich nötig sind.
Die Verzinsung vorrangiger Kredite erfolgt variabel als Referenzzinssatz plus Marge, wobei der Euribor als Referenz dient und die Marge nach der Verschuldungsquote gestaffelt sein kann. Kreditverträge enthalten Auflagen zur Einhaltung von Kennzahlen, Beschränkungen für weitere Verschuldung, Ausschüttungen und Verkäufe von Vermögenswerten sowie Berichtspflichten mit monatlichen und quartalsweisen Übermittlungsfristen. Bei größeren Volumen wird die Tranche syndiziert. Bemessen wird die Höhe dieser Tranche an der Fähigkeit des Unternehmens, Zins und Tilgung aus dem freien Cashflow zu bedienen, üblicherweise mit einem Puffer für einen Ergebnisrückgang.

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