Valuation
Auch bekannt als: What-if-Analyse
Eine Sensitivitätsanalyse untersucht, wie sich ein Ergebnis ändert, wenn man einzelne Annahmen variiert. Man verändert zum Beispiel das Wachstum oder den Zinssatz und beobachtet die Wirkung auf den Unternehmenswert. So wird sichtbar, welche Annahmen das Ergebnis besonders stark beeinflussen. Üblich ist die Darstellung als Tabelle mit zwei gleichzeitig variierten Größen, etwa Kapitalkosten und langfristige Wachstumsrate im Discounted-Cash-Flow-Verfahren oder Einstiegs- und Ausstiegsmultiplikator in der Renditerechnung eines Buy-outs.
Der Nutzen liegt in zwei Punkten. Erstens zeigt die Analyse, welche Annahmen tatsächlich wertbestimmend sind, was die Diskussion auf die wenigen relevanten Fragen konzentriert. Häufig stellt sich heraus, dass eine intensiv diskutierte Detailannahme kaum wirkt, während der Diskontierungssatz das Ergebnis dominiert. Zweitens macht sie deutlich, dass eine Bewertung eine Bandbreite und keinen Punktwert liefert, was für die Kommunikation gegenüber Gremien und in Verhandlungen bedeutsam ist. Abzugrenzen ist die Sensitivitätsanalyse von der Szenarioanalyse, bei der mehrere Annahmen gleichzeitig zu in sich schlüssigen Zuständen kombiniert werden, etwa einem Abschwungszenario mit gleichzeitig niedrigerem Wachstum, sinkender Marge und höherem Betriebskapitalbedarf. Für Kreditgeber ist die Szenariobetrachtung entscheidend, weil sie zeigt, ob Kreditauflagen auch bei Verfehlung der Planung eingehalten werden.
Ergänzend werden benannte Szenarien gerechnet, üblicherweise ein Basisfall, ein pessimistischer und ein optimistischer Fall, jeweils mit einer in sich schlüssigen Kombination von Annahmen statt einer isolierten Änderung einzelner Werte. Wichtig ist, die Bandbreite der geprüften Annahmen offenzulegen, weil eine eng gewählte Bandbreite Sicherheit vortäuscht, die die Rechnung nicht hergibt.

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