Venture Capital
Auch bekannt als: Serie B, Series-B-Runde
Die Series B ist die Wachstumsrunde für ein Unternehmen, das den Produkt-Markt-Fit bereits nachgewiesen hat und nun Vertrieb, Team und neue Regionen oder Produkte ausbaut. Sie folgt nicht automatisch auf die Series A: Zwischen beiden Runden liegen häufig mehrere Jahre, weil Investoren belastbare Kennzahlen zu Wachstum, Bruttomarge, Kundenbindung und Kapitaleffizienz sehen wollen. Geprüft werden in dieser Phase nicht mehr Absichtserklärungen, sondern Kohortenauswertungen über mehrere Jahre, die Net Revenue Retention (NRR), die Amortisationsdauer der Kundengewinnungskosten und die Frage, ob zusätzliches Kapital tatsächlich in zusätzliches Wachstum umgesetzt werden kann. Die Rundenvolumina sind deutlich größer als bei der Series A, die Verwässerung fällt relativ dazu aber geringer aus.
Neben klassischen Venture-Fonds treten hier häufig Wachstumsinvestoren und strategische Investoren hinzu, wobei Letztere neben Kapital auch Marktzugang einbringen, zugleich aber Fragen zur Unabhängigkeit und zu künftigen Exit-Optionen aufwerfen. Organisatorisch bedeutet die Phase den Aufbau einer zweiten Führungsebene, eines belastbaren Berichtswesens und professioneller Prozesse. Für M&A wird die Phase relevant, weil ab hier eigene Zukäufe und erste Gespräche über einen späteren Exit realistisch werden.
Der Schwerpunkt verschiebt sich von der Frage, ob das Geschäftsmodell funktioniert, zu der Frage, wie schnell es skaliert werden kann, weshalb Kennzahlen zur Effizienz des Vertriebs, zur Bruttomarge und zur Entwicklung der Kohorten in den Mittelpunkt rücken. Häufig treten internationale Fonds erstmals in dieser Phase ein, was höhere Anforderungen an Berichterstattung, Rechnungslegung und Unternehmensführung mit sich bringt. Zugleich steigt die Zahl der Anteilsklassen, was die Kapitalisierungstabelle und damit spätere Verhandlungen komplexer macht.

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