Transaction Structure
Auch bekannt als: Abspaltung
Ein Spin-off ist die Verselbstständigung eines Unternehmensteils zu einer eigenen Gesellschaft. Deren Anteile werden meist an die bestehenden Aktionäre des Mutterkonzerns verteilt. So entsteht aus einem Bereich ein eigenständiges Unternehmen, ohne dass er an einen Käufer verkauft wird. Die Aktionäre halten anschließend Beteiligungen an zwei getrennten Unternehmen.
Der wirtschaftliche Gedanke ist häufig, dass unterschiedliche Geschäfte außerhalb eines gemeinsamen Konzerns klarer bewertet und gezielter geführt werden können. Ein Bereich mit hohem Wachstum benötigt möglicherweise andere Investitionen, Führung und Finanzierung als ein reifes Geschäft. Als eigenständiges Unternehmen kann er eigene Prioritäten setzen und einen passenden Investorenkreis ansprechen. Eine höhere Gesamtbewertung ist dabei ein Ziel, aber keine automatische Folge der Trennung.
Operativ entstehen ähnliche Aufgaben wie bei einem Carve-out. Gemeinsam genutzte IT-Systeme, Verwaltungsfunktionen, Lieferverträge, Marken und Standorte müssen den künftigen Einheiten zugeordnet werden. Wo eine sofortige Trennung nicht möglich ist, können Übergangsdienstleistungen vereinbart werden. Die neue Gesellschaft benötigt zudem eine eigene Führung, Finanzplanung und Berichterstattung, damit sie vom ersten Tag an handlungsfähig ist.
Für die Bewertung sind die eigenständigen Kosten entscheidend. Die bisherigen Konzernumlagen zeigen nicht immer, was Rechnungswesen, Einkauf, Versicherungen oder Finanzierung außerhalb der Gruppe tatsächlich kosten. Gleichzeitig können Synergien verloren gehen oder Entscheidungen schneller werden. Ein belastbarer Plan stellt deshalb die Vorteile der Eigenständigkeit den zusätzlichen laufenden Kosten und den einmaligen Trennungsaufwendungen gegenüber.
Abzugrenzen ist der Spin-off vom Verkauf eines Geschäftsbereichs, bei dem dem Verkäufer ein Kaufpreis zufließt. Auch die bloße Übertragung auf eine Tochtergesellschaft macht einen Bereich noch nicht zu einem von der Mutter unabhängigen Unternehmen. Für M&A kann der Spin-off eine spätere Transaktion erleichtern, weil der Bereich danach klar abgegrenzt und eigenständig prüfbar ist. Ob er wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob das Geschäft außerhalb des bisherigen Konzernverbunds dauerhaft bestehen und finanziert werden kann.

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