Sum of the Parts

Auch bekannt als: SOTP, Summe der Teile

Bei der Sum-of-the-Parts-Bewertung werden die einzelnen Geschäftsbereiche eines Konzerns getrennt bewertet und ihre Werte anschließend addiert. Jeder Bereich wird so behandelt, als stünde er für sich. So lässt sich erkennen, ob die Summe der Teile mehr wert ist als der Konzern als Ganzes. Vorgegangen wird in mehreren Schritten.

Für jeden Bereich werden eigene Ergebnisgrößen ermittelt und ihm passende Multiplikatoren aus vergleichbaren Unternehmen oder Transaktionen zugeordnet oder eine eigene Cashflow-Rechnung erstellt. Die Einzelwerte werden addiert, und anschließend werden die Kosten der Konzernzentrale, nicht betriebsnotwendiges Vermögen, Beteiligungen unterhalb der Beherrschungsschwelle und die Nettofinanzverschuldung berücksichtigt. Häufig wird ein Konglomeratsabschlag angesetzt, der abbildet, dass der Kapitalmarkt eine Zusammenfassung unterschiedlicher Geschäfte niedriger bewertet, weil die Steuerung intransparenter ist, Investoren keine gezielte Auswahl treffen können und Kapital möglicherweise nicht optimal zwischen den Bereichen verteilt wird. Praktisch relevant ist die Methode in drei Zusammenhängen: bei der Bewertung diversifizierter Unternehmen, in der Vorbereitung von Abspaltungen und Bereichsverkäufen, wo sie den möglichen Wertgewinn sichtbar macht, und in der Argumentation aktivistischer Investoren, die eine Aufspaltung fordern. Die Grenze der Methode liegt in der Zuordnung gemeinsam genutzter Ressourcen und der Zentralkosten. Angewendet wird das Verfahren vor allem bei Konzernen mit mehreren deutlich unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Es setzt eine belastbare Segmentberichterstattung voraus, weil sich ohne getrennte Ergebniszahlen je Bereich die Einzelwerte nicht nachvollziehbar ableiten lassen.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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