Due Diligence
Auch bekannt als: Tech DD
Die technische Due Diligence prüft die technische Substanz eines Zielunternehmens. Im industriellen Kontext heißt das Zustand und Alter des Maschinenparks, Instandhaltungsrückstand, Auslastung, Energieeffizienz sowie die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltauflagen. Im Softwarekontext Architektur, Codequalität, technische Schulden, Skalierbarkeit sowie Abhängigkeiten von Open-Source-Komponenten und deren Lizenzbedingungen. Methodisch stützt sich die Prüfung auf Begehungen, Auswertung von Instandhaltungs- und Störungsdaten, Gespräche mit dem technischen Personal und, bei Software, auf eine Analyse des Quellcodes und der Entwicklungsprozesse. Zentrales Ergebnis ist ein quantifizierter Investitionsbedarf für die nächsten drei bis fünf Jahre, der direkt in den Business Plan und damit in den Kaufpreis einfließt.
Häufig deckt sie einen aufgeschobenen Investitionsstau auf, der die vom Verkäufer gezeigte Marge als nicht nachhaltig ausweist, weil die Ersatzinvestitionen dem Käufer bevorstehen. Wirtschaftlich wirkt ein solcher Befund entweder als Preisabschlag oder als Debt-like Item in der Kaufpreisbrücke. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Abhängigkeit von einzelnen Personen, Lieferanten oder Technologien, weil sie das Risiko nach dem Eigentümerwechsel erhöht. Abzugrenzen ist sie von der kommerziellen Due Diligence, die den Markt prüft, und von der IT-Due-Diligence, die auf Systemlandschaft und IT-Sicherheit zielt.
Unter den offenen Lizenzen sind solche mit Copyleft-Bedingungen kritisch, weil sie im Extremfall die Offenlegung eigenen Quellcodes verlangen können. Beauftragt wird die Prüfung vor allem bei Unternehmen, deren Wert wesentlich auf eigener Technologie beruht, also bei Software-, Medizintechnik- und Industrieunternehmen mit eigener Entwicklung.

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