Valuation
Auch bekannt als: TV, Endwert, Restwert
Der Terminal Value erfasst den Wert eines Unternehmens für die Zeit nach dem konkret geplanten Zeitraum. Weil man nicht jedes Jahr bis in alle Zukunft einzeln plant, bündelt der Restwert alle späteren Zahlungsströme. In einer Bewertung macht er oft den größten Teil des Ergebnisses aus. Ermittelt wird er üblicherweise über eine ewige Rente mit konstanter Wachstumsrate: Der Zahlungsstrom des letzten Planjahres wird um die Wachstumsrate fortgeschrieben und durch die Differenz aus Kapitalkosten und Wachstumsrate geteilt.
Alternativ wird ein Ausstiegsmultiplikator auf das Ergebnis des letzten Planjahres angewendet, was in der Transaktionspraxis und bei fremdfinanzierten Übernahmen verbreitet ist. Die Empfindlichkeit dieser Größe ist der Hauptgrund für Vorsicht: Weil im Nenner die Differenz zweier ähnlich großer Zahlen steht, verändert eine Anpassung der Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt den Wert erheblich. Als Faustregel sollte die unterstellte ewige Wachstumsrate das langfristige Wachstum der Gesamtwirtschaft nicht übersteigen, weil ein Unternehmen sonst rechnerisch irgendwann die gesamte Volkswirtschaft ausmachen würde. Ebenso wichtig ist, dass das letzte Planjahr einen eingeschwungenen Zustand abbildet, also Marge, Investitionen und Betriebskapitalbedarf zum unterstellten langfristigen Wachstum passen. Beide Verfahren werden in der Praxis nebeneinander gerechnet und gegeneinander geprüft.
Die Empfindlichkeit ist erheblich: Bei Kapitalkosten von 9 Prozent erhöht eine Anhebung der Wachstumsrate von 1 auf 2 Prozent den Endwert um rund 14 Prozent, wenn der Zahlungsstrom im ersten Jahr nach der Planperiode unverändert bleibt.

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